Rebekka Ruétz: Das Lockdown-Girl putzt im Abendkleid die Zähne

Auf die Berliner Fashion Week musste die Tiroler Designerin Rebekka Ruétz Corona-bedingt verzichten. Stattdessen inszenierte sie einen Modefilm.

Modedesignerin Rebekka Ruétz (l. u.) trug am Filmset Maske. Model und Schauspielerin Tiffany Winteler spielte für den Modefilm Tischtennis, ließ den Staubsauger tanzen, strampelte am Hometrainer und absolvierte ihre Morgentoilette.
© Jenny Haimerl

Von Andrea Wieser

Innsbruck – Aus der Not eine Tugend haben Rebekka Ruétz­ und ihr Team in der aktuellen Situation gemacht. Das Coronavirus hat viele gängige Rituale der Modewelt abgestellt. So zum Beispiel das Reisen zur Berliner Fashion Week im Januar, das für die Designerin seit Beginn ihrer Karriere ein Fixpunkt war.

Deswegen wird ihre aktuelle Kollektion derzeit in einem Clip gezeigt. „Es ist unser erster richtiger Fashion-Film und die Ideen sind nur so gesprudelt“, erinnert sich Ruétz­ an die Entwicklung von „placID reSET“. Gezeigt wird darin der Alltag des „Corona-Girls“, dargestellt von Tiffany Winteler, die in ihrer Wohnung den Tag verbringt. Einzige Ausnahme ist der Weg zum Supermarkt.

So weit kommt dem Zuseher die Szenerie bekannt vor, unterscheidet sie sich derzeit doch wenig vom Alltag vieler Tiroler. Nur bei der Garderobe ist das anders. Das Model putzt in feinster Kleidung von Rebekka Ruétz die Wohnung, schrubbt sich im Abendkleid die Zähne und ist auch beim Staubsaugen gut gestylt. Selbst der Sport kommt nicht zu kurz. Tiffany Winteler strampelt auf dem Hometrainer und spielt Tischtennis, selbstverständlich in Ruétz-Klamotten. Regie bei dem Modefilm führte Linda Leitner, die musikalische Bearbeitung lieferte Tomas Valent und Michael Pfandler und Rebekka Ruétz fungierten als Produzenten.

Beim Entstehungsprozess waren die Umstände Corona-bedingt nicht immer ganz einfach. „Der Dreh war logistisch eine Herausforderung. Auch wenn das Arbeiten in diesem Rahmen erlaubt war, wollten wir natürlich trotzdem niemanden gefährden“, erinnert sich Ruétz. Das führte dazu, dass alle Beteiligten, das Model ausgenommen, strikte Maskenpflicht hatten und der Sicherheitsabstand gewährleistet sein musste.

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Für die Zukunft will sich Ruétz den Veränderungen der Modebranche stellen. Vielleicht könnte dazugehören, dass Modeschauen in der bekannten Form an Bedeutung verlieren. Zur Krise gehört für sie aber, aus der jetzigen Situation zu lernen und bessere Konzepte zu entwickeln. Vielleicht ist das also der Anfang einer Reihe neuer Mode-Filme.


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