Förderungen: Bildungsminister Faßmann möchte „die Schäden klein halten“

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann sagt 200 Millionen Euro für die Förderung jener Schüler zu, die ob der Pandemie ins Hintertreffen geraten sind.

„Wenn Förderunterricht angesetzt ist, ist er auch verpflichtend für jene, bei denen es die Lehrer als nötig ansehen“, sagt Faßmann.
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Von Karin Leitner

Wien –Werden die Schüler ab 8. Februar wieder vor Ort unterrichtet? Oder müssen sie weiterhin zu Hause bleiben? ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann sagt erneut: Sein Ziel sei, beim genannten Datum zu bleiben. Ob es zu halten sei, hänge aber „vom Infektionsgeschehen in der Gesellschaft“ ab.

Belastung durch „Distance Learning"

Immer mehr Schüler, Pädagogen und Eltern belastet das „Distance Learning“. Mit dieser Art des Lernens tun sich viele Kinder und Jugendliche schwer. Experten warnen vor negativen Folgen. Alarmismus ist aus Faßmanns Sicht nicht angebracht: „Ich lehne Übertreibungen ab.“ Von „einem verlorenen Jahr oder einer verlorenen Generation“ sei nicht zu sprechen. Und so hält er auch nichts von dem, was die Ex-Ombudsfrau in seinem Ministerium, Susanne Wiesinger, anregt: das Schuljahr an „Brennpunktschulen“ und manchen städtischen Unterstufen-Gymnasien zu wiederholen. Es sei „offenbar eine geringe Wertschätzung der Lehrer und Schüler, zu sagen: Was ihr geleistet habt, ist nichts wert“, befindet Faßmann. „Das wird der Sache nicht gerecht. Ich sehe ja, wie viel Arbeit, Energie und Enthusiasmus investiert wird.“

Der Ressortchef setzt auf etwas anderes, auf Förderung. Wie schon angekündigt, wird es 200 Millionen Euro dafür geben. Zwei Drittel davon im Sommersemester, ein Drittel im kommenden Wintersemester. 4500 zusätzliche Lehrerplanstellen sind vorgesehen, bis zu zwei zusätzliche Förderstunden pro Klasse und Woche – in den Hauptfächern und für Fremdsprachen. „Schulen mit mehr Förderbedarf werden mehr erhalten, andere weniger“, sagt Faßmann. Die Kontingente pro Schule teilt die jeweilige Bildungsdirektion zu.

Lernbetreuung in Semester und Osterferien

In den Semester- und Osterferien wird an Volksschulen, AHS-Unterstufen, Mittel- und Sonderschulen Lernbetreuung geboten – in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. In Wien und Niederösterreich endet die Anmeldefrist für die Semesterferien schon diesen Mittwoch, in den anderen Bundesländern am Freitag.

Auf 50.000 Plätze ausgebaut wird die „Sommerschule“. Neben Deutsch wird Mathematik, an den Volksschulen Sachunterricht offeriert. „Wir müssen die bildungspolitischen Kollateralschäden so klein wie möglich halten“, konstatiert Faßmann.

Wie wird die „Schulnachricht“ den Kindern und Jugendlichen am Semesterende übermittelt? Jene der vierten, achten und neunten Stufe könnten sie in der Schule abholen, antwortet der Minister. Täten das alle, „wären zu viele dort“; das gelte es ob der Ansteckungsgefahr ja zu verhindern. Obwohl es E-Mail-Adressen der Schüler gibt, wird ihnen die „Schulnachricht“ nicht online zugestellt. „Sie müssen warten, bis die Semesterferien vorbei sind.“

Und wie läuft es bei den Corona-Tests für die Schüler? Einen „holprigen“ Start der Aktion gesteht der Politiker ein. „5800 Schulen zeitgleich zu beliefern, ist aber eine Mammutaufgabe.“

Wie sehen die Polit-Konkurrenten Faßmanns Förderprogramm? Die SPÖ goutiert es. „Die Mittel müssen aber da ankommen, wo sie am meisten gebraucht werden.“ Die NEOS hätten gern 450 Millionen Euro für Hilfe und Nachhilfe der Schüler. Von der FPÖ heißt es: Ob das von Faßmann avisierte Geld „auch ankommen wird, ist mehr als fraglich“.


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