Moderna-Impfstoff schützt wohl gegen Virus-Varianten

Der US-Biotechkonzern Moderna geht davon aus, dass sein Covid-19-Impfstoff auch gegen die ansteckendere britische und südafrikanische Variante des Coronavirus schützt. Das Vakzin erzeuge virusneutralisierende Antikörper auch gegen die beiden neuen Varianten, teilte Moderna am Montag mit. Zwar sei bei der südafrikanischen Variante eine Reduzierung neutralisierender Titer festgestellt worden.

Ihr Niveau liege aber immer noch deutlich über der Schwelle, die als schützend angesehen werde. Es sei daher zu erwarten, dass der Impfstoff nach der Verabreichung von zwei Dosen gegen die bisher nachgewiesenen Varianten wirke. Gleichwohl wolle Moderna sicherheitshalber ein klinisches Programm starten, um die Immunität gegen neu auftretende Varianten zu stärken, hieß es. So soll vor allem speziell gegen die südafrikanische Variante ein verstärkter Impfstoff entwickelt werden.

Der US-Pharmakonzern Merck & Co ist unterdessen bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs gescheitert. Das Unternehmen wird sein Entwicklungsprogramm mit zwei Impfstoffkandidaten nach eigenen Angaben vom Montag beenden. In frühen klinischen Studien der Phase-1 hätten die beiden Vakzine eine unzureichende Immunreaktion erzeugt. Diese sei niedriger als die bei ehemaligen Covid-19-Patienten und auch schwächer als die Ergebnisse anderer Covid-19-Impfstoffe in klinischen Studien.

Merck will sich bei Covid-19 nun nur noch auf Medikamente zur Behandlung der Lungenkrankheit konzentrieren. Die Merck-Aktie drehte nach Bekanntgabe der Nachricht vorbörslich ins Minus. Auch die US-Aktienfutures gerieten leicht unter Druck.

Der US-Pharmakonzern war erst vergleichsweise spät ins Rennen um einen Corona-Impfstoff eingestiegen. Dafür hatte Merck & Co im Mai 2020 die Übernahme des österreichischen Impfstoffherstellers Themis Bioscience angekündigt. Der Impfstoff von Themis, der in Zusammenarbeit mit dem Institut Pasteur in Paris entwickelt wurde, basiert auf einem modifizierten Masernvirus, das Teile des Coronavirus in den Körper abgibt. Das Projekt wurde durch die internationale Impfinitiative CEPI finanziell unterstützt.

Merck & Co wollte zudem in einer Zusammenarbeit mit der Internationalen Aids-Impfstoffinitiative IAVI einen weiteren Impfstoff entwickeln, der auf der gleichen Technologie wie der Ebola-Impfstoff Ervebo des US-Konzerns basiert. Wegen des Fehlschlags in der Impfstoffentwicklung werde im vierten Quartal eine Sonderbelastung vor Steuern anfallen, kündigte Merck & Co an, ohne eine genaue Summe zu nennen.

Die Entwicklung von zwei Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 will das Unternehmen dagegen weiter vorantreiben. Ergebnisse aus den klinischen Studien mit den beiden Mitteln sollen noch im ersten Quartal veröffentlicht werden. Für eines der beiden Mittel hatte Merck & Co im Dezember eine Liefervereinbarung im Wert von bis zu 356 Millionen Dollar (292,81 Mio. Euro) mit der US-Regierung getroffen.

Weltweit befinden sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit 64 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon 16 in der entscheidenden dritten Phase. Während Firmen wie die Partner Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca schon Zulassungen erhielten, mussten andere auch schon Rückschläge verkraften. So muss der französische Pharmakonzern Sanofi wegen unbefriedigender erster Studienergebnisse eine weitere Studie starten, weshalb es bis zu einer möglichen Zulassung des Vakzins deutlich länger dauern wird als gedacht.


Kommentieren


Schlagworte