Simmeringalm in Obsteig: Ausgiebiger Rodelspaß im Oberland

Der TT-Tourentipp führt diesmal ins Oberland. Genauer gesagt nach Obsteig, wo von der Simmeringalm eine tolle Rodelbahn herabführt. Kurzbeschreibung: lang, aber nicht schwierig.

Die Simmeringalm liegt auf einer Höhe von 1813 Metern .
© Rapp

Von Irene Rapp

Obsteig – Im Dezember 2015 haben wir schon einmal im TT-Tourentipp die Simmering­alm (1813 Meter) oberhalb von Obsteig vorgestellt. Damals allerdings gab es keinen Schnee und an besagtem Tag, an dem wir die Alm zu Fuß besuchten, wurden vor der Hütte 16 Grad gemessen. Am vergangenen Wochenende waren wir wieder in diesem Gebiet unterwegs: Diesmal allerdings der Jahreszeit entsprechend mit viel Schnee, dafür mit Corona.

Das hält Maria und Patrick Aschbacher, die Hüttenwirte, jedoch nicht davon ab, die Einkehr an sechs Tagen in der Woche offen zu halten – doch dazu später. Das Rodeln jedenfalls war auf der bestens präparierten Bahn ein wahres Vergnügen. Einziger Wermutstropfen: Für den Aufstieg muss man mindestens zwei Stunden Gehzeit einrechnen.

So kommt man hin: Von Mieming kommend in Obsteig beim Hotel Bergland in die gegenüberliegende Querstraße einbiegen. Beim Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr vorbei, und kurz vor dem Skigebiet Grünberglift kann man dann sein Auto abstellen (kostenlos). Gleich rechts zweigt der beschilderte Weg in den Wald und Richtung Simmeringalm ab. Entlang der Rodelbahn kann man nun Meter für Meter an Höhe gewinnen und sich langsam dem Ziel nähern.

Mit einer Länge von über sechs Kilometern ist diese Bahn nämlich eine der längsten Rodelbahnen Tirols. Präpariert wird sie an den meisten Tagen von Maria und Patrick Aschbacher aus Umhausen, die übrigens Mutter und Sohn sind. „Wenn es ganz viel Schnee hat, springt der TVB ein“ erzählt Maria Aschbacher.

Die Ausblicke auf dem Weg zur Simmeringalm sind gewaltig.
© Rapp

Wir allerdings sind am Wochenende mit der geschulterten Rodel über den so genannten Alpsteig aufgestiegen. Dieser Weg ist zwar kürzer, allerdings führt er steil durch den Wald bergauf. Und trotz einiger Spuren von Wanderern und Skitourengehern brach man an einigen Stellen in den Schnee ein – der kürzere Weg kostet also auch viel Kraft und mündet erst knapp unterhalb der Simmeringalm in die Rodelbahn ein.

Konditionsschwächeren sei daher der Marsch über die Rodelbahn empfohlen, wobei hier einmal mehr gilt: bitte aufeinander Rücksicht nehmen. Aufsteiger – ganz egal ob mit Rodel oder Ski – sollten nicht zu mehreren nebeneinander marschieren bzw. rechtzeitig ausweichen, wenn von oben jemand kommt. Und Abfahrer sollten nicht über ihre Verhältnisse fahren – die zahlreichen Rodelunfälle der vergangenen Tage sind ein Beweis dafür, dass diese beliebte Sportart nicht zu unterschätzen ist.

Der Simmering in den Mieminger Bergen (2096 m) zieht übrigens auch zahlreiche Skitourengeher an. Vor allem bei kritischer Lawinensituation kann man geschützt durch den Wald zur Alm und von dort auf den Gipfel der Erhebung gehen. Der Ausblick von hier ist ein Traum, doch auch von der Alm aus kann man tolle Tiefblicke vor allem Richtung Osten genießen. „Wir haben ungefähr gleich viele Tourengeher wie Rodler zu Gast“, erzählt übrigens Maria Aschbacher. Und außer am Montag können diese dann von ihr selbst gekochte Take-away-Kost außerhalb des Gebäudes genießen.

Die Abfahrt dann war am Wochenende ein Genuss. Auf dem ersten Teil der Strecke kann es ziemlich flott werden. Dann kommt eine kurze, flachere Passage (im Bereich des so genannten Zwischensimmering samt Holzerhütte), wo man kurz absteigen und die Rodel schieben muss.

Dafür geht es danach wieder flotter ins Tal zurück zum Ausgangspunkt. Fazit: Um in den vollen Rodelgenuss zu kommen, muss man zwar relativ lange marschieren, dafür gibt es am Ende eine Belohnung in Form einer Almhütte, die Speis und Trank bietet.

Und noch ein Tipp: Interessanterweise gibt es in diesem Gebiet gleich zwei Aussichtsplattformen, die man in der wärmeren Jahreszeit mal aufsuchen kann. Zum einen ein 25 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Grünberg (1497 m). Zum anderen die Plattform Inntalblick, die gleich in der Nähe liegt und, 2012 errichtet, ebenfalls Aha-Erlebnisse liefert. Wer mit Ski oder Schneeschuhen unterwegs ist, kann die zwei Aussichtspunkte allerdings auch schon jetzt aufsuchen.


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