Glasfasernetz auch für entlegene Weiler im Zillertal

Der Planungsverband hat seinen Glasfasernetzausbau im Zillertal abgeschlossen. Auch in einigen Gemeinden sind fast alle Haushalte angeschlossen.

Glasfaserkabel bis ins Haus, das ist in vielen Zillertaler Gemeinden bereits Normalität. In Hart geht man einen etwas anderen Weg.
© Dähling

Von Angela Dähling

Ried i. Z. – Ob fürs Home-Office, den Fernunterricht daheim oder das Abrufen von Film- und Serienangeboten im TV – das Internet ist unverzichtbar geworden und das nötige Datenvolumen wächst stetig. Wohl dem, der an ein Glasfasernetz angebunden ist.

Im Zillertal können mittlerweile auch entlegene Bergweiler auf die modernste Internettechnik zugreifen. „Denn der von uns initiierte Ausbau des Glasfasernetzes im Zillertal ist abgeschlossen. Auch der Lückenschluss mit Reith im Alpbachtal ist fertig“, erklärt der Zillertaler Planungsverbandsobmann Bürgermeister Hansjörg Jäger aus Ried. Von Wiesing bis nach Tux hat der Verband die Glasfaser-Hauptleitung verlegen lassen. „Nun liegt es an den Gemeinden, ob und wie sie ihre Haushalte daran anbinden“, sagt Jäger.

In seiner Gemeinde Ried gebe es nur noch zwölf Häuser ohne das schnelle Internet. Ab dem Frühjahr sollen dann auch diese am Glasfasernetz hängen. „Auch die Gemeinden Aschau, Fügen, Uderns und Schwendau sind schon sehr weit. Und selbst in kleinen Berggemeinden wie Gerlosberg erschließt sich die digitale Welt bei nahezu allen Haushalten per Glasfaser“, spricht Jäger von einer Vorzeigegemeinde, die beweisen würde, dass auch für kleine Bergdörfer ein solcher Anschluss keine unfinanzierbare Hexerei ist. BM Josef Kerschdorfer (Gerlosberg): „Wir haben unseren 160 Haushalten Glasfaser bis ins Haus gelegt mit der Bedingung, dass sie dann einen Vertrag mit Magenta oder tirolnet fürs Internet abschließen. Es machten fast alle mit“. Von den beiden Internetanbietern erhält die Gemeinde Geld für die Bereitstellung der Leitung.

Einzelne Gemeinden wie Hart bieten eine andere Lösung an. „Wir möchten als Gemeinde nicht für den Netzerhalt zuständig sein, bei uns ist A1 der Besitzer“, erklärt VBM Daniel Schweinberger. Dadurch, dass das Glasfasernetz näher an die Gemeinde gerückt sei, sei das Internet trotz Kupferkabel ab den Schnittstellen (ARU) auf Knopfdruck schneller geworden. „Wir graben für die Glasfaserleitungen nicht extra, sondern verlegen sie nur im Zuge von Wasser- und Kanalleitungen mit“, sagt Schweinberger. Bis zum Sommer hätten so aber auch in Hart bereits 100 Haushalte Glasfaseranschluss.


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