Pitztal steckt voll in Planungen

Drei Millionen-Vorhaben stehen an: Schlachtstelle Wenns, Glasfaser und Tal-Radweg.

In Wenns soll heuer die Schlachtstelle neu aufgestellt werden. Ob Neubau oder Zubau am bestehenden Schlachthaus, ist noch offen.
© Lechleitner

Pitztal – Spricht man den Planungsverbandsobmann des Pitztales, den Jerzener Bürgermeister Karl Raich, auf die wichtigsten und größten Vorhaben für dieses Jahr an, dann fallen ihm schnell drei wirklich gemeindeüberschreitende Projekte ein: „Das Pitztalnet, die Schlachtstelle Wenns und der Radweg.“

Ein ganz großes Anliegen des Planungsverbandes ist der Ausbau des Schlachthauses Wenns, denn schon 2019 fielen 70 Tonnen Schlachtgewicht an. Einem mittlerweile angestellten Metzger musste im Dezember ein Helfer beigestellt werden. Eigentlich sollte eine neue Schlachtstelle bereits in Betrieb sein, aber Corona und Fragen bei möglichen Förderungen wirbelten alles durcheinander. Standort-Bürgermeister Walter Schöpf ist hier der Wortführer. „Für mich persönlich war unverständlich, dass wir beim Bau keine Förderung aus dem Regionalwirtschaftlichen Programm Pitztal erhielten, dafür aber bei der Innenausstattung.“ Das Land und die Interessenvertreter stehen voll dahinter: „Das Land fördert unser Schlachthaus mit 600.000 Euro“, freut sich Schöpf. Ob es nun zum kompletten Neubau kommt oder das Schlachthaus um einen Anbau ergänzt wird, steht demnächst fest. „Wir müssen uns sputen“, so Schöpf, im September soll die Schlachtstelle in Betrieb sein. Die Dorfchefs haben sich darauf verständigt, dass sie bis zu 1,6 Millionen Euro kosten dürfe.

Eigentlich hätten zuerst Gastronomie und Tourismus mit heimischen Fleischprodukten (auch Wild) versorgt werden sollen. Corona änderte aber dieses Konzept grundlegend. „Dafür war aber bei privaten Haushalten ein anhaltender Trend zur Regionalität feststellbar“, kann die Obfrau des Vermarktungsvereins „Pitztal Regional“, Andrea Lechleitner, berichten.

Seit dem 1. Jänner gehört das Pitztalnet ganz offiziell den vier Pitztaler Gemeinden Arzl, Wenns, Jerzens und St. Leonhard. Es geht dabei um einiges: 1,2 Millionen Eur­o brutto zahlten die Gemeinden den Imster Stadtwerken. Damit ist es jedoch nicht getan: Notwendige Sanierungen und der weitere Ausbau, für den die jeweiligen Gemeinden selbst verantwortlich sind, sind noch gar nicht enthalten. Unterstützt werden sie vom LWL Competence Center in Landeck.

Beim dritten großen Them­a, dem Radweg, hält sich der Verantwortliche, der Wenner Gemeindevorstand Thomas Neuner, vornehm zurück: „Es ist noch alles in der Planungsphase.“ Es geht um den Tal-Radwanderweg, der von Arzl über Wenns und hinauf nach Jerzens bis St. Leon­hard führen soll. Eine Trasse habe man im Kopf, aber es geht als Erstes einmal um die Information und Zusagen der Grundeigentümer. (pascal)


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