Zweiter Teil von Mega-Prozess gegen ‚Ndrangheta begonnen

Im süditalienischen Vibo Valentia in der Region Kalabrien hat am Mittwoch der zweite Teil eines großen Mafia-Prozesse begonnen. Angeklagt sind 91 Personen, die sich für ein Schnellverfahren entschieden haben. Den Beschuldigten werden unter anderem Mafia-Zugehörigkeit, Mord, illegaler Waffenbesitz und Drogenhandel vorgeworfen. Ein weiterer Prozess mit 355 Angeklagten hat vor zwei Wochen in Lamezia Terme in der Region Kalabrien begonnen.

Beide Verfahren sind das Ergebnis umfangreicher Ermittlungen, die im Dezember 2019 zur Festnahme von 334 Personen geführt hatten, darunter Unternehmer und Politiker. Auch in Deutschland, der Schweiz und Bulgarien kam es zu Festnahmen, darunter kalabresische Politiker wie ein Ex-Senator und der Bürgermeister einer Gemeinde in Kalabrien. Unter den Angeklagten ist auch Clan-Chef Luigi Mancuso, der bereits 20 Jahre hinter Gittern verbrachte.

Aus den Ermittlungen gingen enge Verstrickungen der ‚Ndrangheta, der Mafia in der Region Kalabrien, mit der Politik hervor. Die „Rinascita Scott“ genannte Untersuchung konzentrierte sich auf Vibo Valentia, erstreckte sich aber bis nach Norditalien.

Die ‚Ndrangheta gehört zu den mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt. Sie dominiert den internationalen Drogenhandel, verdient ihr Geld aber auch mit Waffen, Geldwäsche und durch Korruption. Experten schätzen, dass die ‚Ndrangheta jährlich einen weltweiten Umsatz zwischen 50 und 100 Milliarden Euro macht.

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Das Verfahren gegen die ‚Ndrangheta erinnert an Italiens ersten „Maxi-Prozess“, der 1986/87 in Palermo gegen die sizilianische Cosa Nostra geführt worden war. Damals wurden am Ende 338 Angeklagte verurteilt. Die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die die umfangreichen Untersuchungen geführt hatten, wurden bei Bombenanschläge auf Sizilien im Jahr 1992 von der Mafia ermordet.


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