Stille Faschingszeit wegen Corona in Kärntner Hochburgen

Die Faschingszeit wird heuer auch in den Kärntner Hochburgen äußerst still über die Bühne gehen. Viele Gilden haben den Betrieb in die sozialen Medien verlegt, andere produzieren Videos oder zeigen solche aus Zeiten vor der Pandemie. Einzig die Villacher Faschingsgilde zeichnet Anfang Februar eine Sitzung ohne Publikum auf, diese soll wie gewohnt am Faschingsdienstag im ORF ausgestrahlt werden.

Es ist ja nicht so, dass man es nicht versucht hätte, betonte Bruno Arendt, der Kärntner Landespräsident des Bundes Österreichischer Faschingsgilden (BÖF), auf APA-Anfrage. Beim Faschingswecken in der Kärntner Landesregierung rund um den 11. November sind normal gut und gerne 300 Gildenmitglieder aus ganz Kärnten dabei - natürlich undenkbar in Pandemiezeiten. In dieser Saison wurde die Zahl vorerst auf 30 Teilnehmer heruntergestrichen, bevor sie wiederum auf sechs gesenkt und die Veranstaltung schlussendlich komplett abgesagt wurde. Und auch der für dieses Wochenende avisierte Besuch einer kleinen BÖF-Abordnung bei den Faschingsgilden in Kärnten wurde abgeblasen.

gratis angesehen werden. Mit einem professionellen Filmteam produzierten die Spittaler Faschingsakteure eine eigene DVD mit Sketches, sie gibt es im „Faschingspackage“ zu kaufen, das neben dem Film auch Gulaschsuppe, Bier, Prosecco und Chips enthält.

Andere Gilden sind vor allem auf Facebook aktiv - Pointen, Videos und Fotos von vergangenen Faschingssitzungen werden hier präsentiert. Das ist aber natürlich kein Ersatz für das närrische Treiben in normalen Jahren. Arendt ortet allein durch die Absage der Faschingsaktivitäten einen Umsatzverlust von 20 Millionen Euro für die Kärntner Wirtschaft. „Oft wird gar nicht wahrgenommen, wie viel Umsatz im Handel, in der Gastronomie und der Hotellerie durch den Fasching gemacht wird.“ Vom Fasching profitieren würde eine breite Branchenpalette - „vom Taxiunternehmen bis zum Schuster, vom Friseur bis zum Nagelstudio, vom Bäcker bis zum Getränkehändler“. Die meisten Kärntner Gilden, die durchwegs auf ehrenamtliche Mitarbeit setzen, würden auch sehr spendenfreudig sein - Spenden in Höhe von 2.000 bis 3.000 Euro für soziale Zwecke in den verschiedenen Regionen seien keine Seltenheit, kärntenweit kommen so pro Saison rund 100.000 Euro zusammen.

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