WSG-Schachspiel gegen die Austria: Zwischen Presslufthammer und Disco

Mit dem 3:1-Heimsieg gegen Altach hat sich die WSG Tirol eindrucksvoll in den Top sechs der Bundesliga etabliert. Den nächsten großen Schritt Richtung Meister-Play-off könnte man am Sonntag bei der Austria machen.

Einer, der mit seiner Ruhe und Technik am Ball auch Drei-gegen-eins-Situationen auflösen kann – Nemanja Celic war im zentralen Mittelfeld der WSG Tirol auch gegen Altach ein echter Eckpfeiler.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck –Hand aufs Herz: Wer hätte bei allem Optimismus gedacht, dass die WSG Tirol die Europa-League-Fighter des WAC nach 14 Runden mit fünf Punkten Vorsprung auf Distanz hält? Wer hätte gedacht, dass die WSG Tirol in den ersten beiden Frühjahrsrunden mit sieben Treffern die beste Offensive der Liga stellt? Wer hätte gedacht, dass Altach teils zu einer Fünfer­kette greift, um die WSG (erfolglos) in Schach zu halten?

Diese Liste lässt sich nach dem grandiosen Sechs-Punkte-Start fortführen. Und ist auch deswegen umso erstaunlicher, weil für Cheftrainer Thommy Silberberger die Rahmenbedingungen im Gernot-Langes-Stadion, wo der Presslufthammer von der Baustelle oder die Ö3-Disco am Eislaufplatz Besprechungen wie Einheiten stört, nicht Bundesliga-reif sind, sondern vielmehr in Richtung Amateurfußball („erinnert an die 1. Klasse“) weisen.

⚽ tipico Bundesliga, 15. Spieltag

  • Samstag: Hartberg - Salzburg, Altach - Sturm Graz, Ried - Admira (alle 17.00 Uhr)
  • Sonntag: Austria - WSG Tirol (14.30 Uhr/live TT.com-Ticker), St. Pölten - WAC (14.30 Uhr), LASK - Rapid

Seine jungen Wilden um das gegen Altach so starke Offensivtrio Nikolai Baden Frederiksen (sieben Saison­treffer), Kelvin Yeboah und Flo Rieder schütteln derzeit alle Nebengeräusche ab. Wobei Silberberger nach dem Heimsieg gegen die Vorarlberger in seiner vordersten Offensivreihe „nur die Vollender“ sah, die er zu Beginn der Partie noch kritisch zu sehr im „Ego-Trip“ wähnte. Das Lob insbesondere für die ersten 40 Minuten verteilte er ans ganze Team sowie explizit an Startelf-Debütant Julian Gölles („Er hat seine Sache sehr gut gemacht“), der vermutlich auch am Sonntag bei der Austria den erkrankten Žan Rogelj auf der rechten Außenbahn vertreten wird.

Frühere Anreise für Training auf dem Rasen

Dass Altach-Coach Alex Pastoor seine Elf bis auf die Phase der drei Gegentreffer und dank gutem Beginn in der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe sah, spiegelte sich insbesondere im Schussverhältnis (16:4 für die WSG) in keinster Weise wider. Offensiv haftet Altach das Prädikat harmlos an, während Frederiksen und Co. acht Runden vor Schluss drauf und dran sind, die WSG vielleicht wirklich ins Meister-Play-off zu ballern.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Die WSG steigt schon heute in den Bus nach Wien, um heute wie morgen ohne Lärmbelästigung auf Naturrasen trainieren zu können. „Es wird ein Schachspiel gegen die defensiv gut organisierte Austria und darauf ankommen, wer den ersten Fehler macht“, sinniert Silberberger. Seine grünweißen „Golden Boys“ dürfen nur nicht (zu) übermütig werden, aber bei der Anreise nach Wien absolut den Hit von Culcha Candela auflegen: „Du bist hamma, wie du dich bewegst in dei’m Outfit, hamma!“

📊 Die aktuelle Tabelle der tipico Bundesliga


Kommentieren


Schlagworte