Bruch durch Schneelast: Die Bäume haben es schwer

Schwer an der Schneelast hatten die Bäume in Forst und Garten zu tragen. Nicht alle waren dieser Last gewachsen. Gefahr droht durch Bruch und Käfer.

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Viele Bäume waren dem Schneedruck nicht gewachsen und müssen zurückgeschnitten oder ganz entfernt werden.
© Parth

Von Thomas Parth

Innsbruck – An Schnee hat es vor Weihnachten und noch im Jänner nicht gemangelt. Viele Bäume gaben unter der Last des nassen, schweren Schnees nach. Wipfel und Äste brachen. Nun sind die Garten- und Waldbesitzer sowie die Förster im Land gefordert.

„Für den Baum im Wald und im Garten gilt dasselbe: Wenn er unter der Schneelast bricht, muss unbedingt Nachschau gehalten werden, wie sicher der Baum noch ist“, weiß Manfred Putz vom „Grünen Tirol“. Der Geschäftsführer des Obst- und Gartenbauverbandes Tirol rät dazu, sofern es der Schnee und die Sicherheit erlauben, rasch Nachschau zu halten. „Selbst wenn nur ein Ast gebrochen ist, kann Fäule die gesamte Statik eines Baumes in Gefahr bringen“, ruft Putz in Erinnerung, „und Kinder kraxeln nun mal gern auf Bäume.“ Der Baumwärter rät dazu, abgerissene Äste rasch zu entfernen. Der verbleibende Stumpf sollte mit einem Baumbalsam inklusive Fungizid behandelt werden, da sich die Bäume im Winter nicht so rasch selbst schützen können.

Und damit der Kummer über die toten Bäume in Großvaters Obstpangert nicht allzu groß ist, offeriert der Landesverband der Obst- und Gartenbauvereine eine Baumpflanzaktion. „Im Herbst werden wir, zusammen mit dem Land Tirol, Obstbäume von A wie Apfel bis Z wie Zwetschke vergünstigt anbieten“, zeigt Putz auf.

Auch im Wald brachen Bäume unter der Schneelast.
© BFI Imst

Seit 2018 wurde Osttirol bereits zum dritten Mal von schwerem Nassschnee getroffen. „Wenngleich das Schadenausmaß diesmal etwas geringer ausgefallen ist“, berichtet Landesforstdirektor Josef Fuchs. In Nordtirol wurden Schäden vor allem am Alpenhauptkamm gemeldet. „Die Bezirke müssen möglichst rasch eine Beurteilung vor Ort durchführen. Wenn nur der Wipfel eines Baumes gebrochen und noch zwei Drittel der Grünmasse vorhanden sind, kann ein Baum überleben, sofern die Stabilität gegeben ist“, bestätigt Fuchs.

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In den meisten anderen Fällen ist eine rasche, kostenintensive Schadholzaufarbeitung unumgänglich. „Speziell in der vegetationsfreien Zeit besteht die Gefahr der Austrocknung. Damit wächst die Anfälligkeit für Borkenkäfer“, ist sich Fuchs des Zeitdrucks bewusst. Im globalen Vergleich setzt der Klimawandel bekanntlich den Alpenregionen verstärkt zu.

„Wir sind im Austausch mit in- und ausländischen Forschungseinrichtungen, wenn es um wissenschaftliche Datengrundlagen geht“, informiert der Forstdirektor: „Extremwetter-Ereignisse treten häufiger auf. Neben Sturm und übermäßigen Niederschlägen macht uns in Tirol vor allem Dürre zu schaffen.“ Speziell flachwurzelnde Bäume wie die stark verbreitete Fichte stehen unter Druck. „Den Ausweg bietet eine gute Durchmischung mit Tanne, Ahorn, Eiche und Buche oder in höheren Lagen mit Lärche und Kiefer“, so Fuchs. Die globale Erwärmung habe auch positive Auswirkungen, da die Vegetation in höhere Lagen gelangt und die Waldgrenze anhebt.


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