Haus durch Explosion in Langenzersdorf stark beschädigt

In einem Mehrparteienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) hat sich Freitagfrüh aus vorerst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. Laut Sonja Kellner, der Sprecherin des Roten Kreuzes Niederösterreich, wurden vier Personen mit leichten Blessuren und ein Schwerverletzter gezählt. Nach Angaben von Franz Resperger vom Landeskommando war das Gebäude in Vollbrand gestanden. Etwa 150 Helfer bekämpften die Flammen. Die Löscharbeiten waren mittags großteils abgeschlossen.

Beendet war der Einsatz für die Feuerwehr freilich noch nicht. „Immer wieder flackern Glutnester auf“, schilderte Resperger vor Journalisten. Nachdem ein Statiker das Objekt begutachtet hatte, wurde laut dem Sprecher ein Privatunternehmen damit beauftragt, gemeinsam mit den Helfern „den Schuttkegel langsam abzuarbeiten“. Gegen 11.15 Uhr war unklar, „ob sich weitere Verletzte darunter befinden“.

Die Explosion hatte sich kurz vor 8.00 Uhr ereignet. Das obere Stockwerk des Objektes wurde teilweise weggerissen. Neben den Crews von „Christophorus 3“ und „Christophorus 9“ waren auch Notärzte, Rettungshunde, und der Katastrophenhilfszug der Feuerwehr in Langenzersdorf im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr und die Berufsrettung Wien entsandten ebenfalls Helfer. An Ort und Stelle waren außerdem ein Polizeihubschrauber sowie mehr als 100 Beamte der Exekutive.

Die Verletzten wurden laut Kellner in drei unterschiedliche Krankenhäuser gebracht. Als aufnehmende Kliniken galten Korneuburg, Stockerau sowie das SMZ-Ost in Wien. „Die Verletzungsmuster waren Rauchgasvergiftungen und Kollaps-Situationen“, führte Landesrettungskommandant Werner Kraut aus. Zehn weitere Personen wurden im Langenzersdorfer Gemeindesaal vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

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Resperger zufolge wurden die Wohnungen im dritten und vierten Stock des Objektes „völlig verwüstet“. Die Feuerwehr bot mehrere Drehleitern auf. Eine Person wurde mittels Leiter gerettet. Das gesamte Haus wurde evakuiert, außerdem wurde die Energiezufuhr abgeschaltet.

Abgeklärt werden sollen mögliche Vermisstenfälle. Mit den etwas mehr als 60 Personen, die im Mehrparteienhaus gemeldet seien, werde Kontakt aufgenommen, betonte Polizeisprecher Johann Baumschlager. „Das wird einige Zeit dauern.“ Ebenfalls im Laufen war gegen Mittag die Ursachenforschung. Brandermittler des Landeskriminalamts waren an Ort und Stelle.

Bürgermeister Andreas Arbesser (ÖVP) gab im Gespräch mit der APA an, das Geschehene „als fürchterlich“ zu empfinden. Das Obergeschoß des Mehrparteienhauses sehe aus „wie nach einem Bombentreffer“. Die im Gemeindesaal untergebrachten Personen würden „mit dem Notwendigsten versorgt“.

Lukas Schauer, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, berichtete auf APA-Anfrage von etwa 50 Helfern mit knapp einem Dutzend Fahrzeugen, die sich in Langenzersdorf im Assistenzeinsatz befanden. Zu ihnen zählten auch Mitglieder der Schallortungsgruppe und der Rettungshundestaffel des Wiener Landesfeuerwehrverbandes. Die Unterstützung bleibe aufrecht, „so lange man uns braucht“, sagte Schauer.


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