Die Pandemie prägte auch das Feuerwehr-Jahr in Kitzbühel

Corona erschwerte auch die Arbeit der Feuerwehren. So hatte die Feuerwehr Kitzbühel zwar weniger Einsätze, die aber unter schwierigeren Bedingungen.

Masken sind auch bei der Feuerwehr Pflicht.
© Feuerwehr Kitzbühel/Engl

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Alles anders als sonst heißt es auch bei der Feuerwehr Kitzbühel. Traditionell findet am Freitag nach dem Hahnenkammrennen die Vollversammlung der Wehr statt, doch nicht so dieses Mal. „Eine Jahreshauptversammlung mit voller Mannschaft ist derzeit undenkbar“, sagt Kommandant Alois Schmidinger. Aus diesem Grund wurde kurzfristig eine Presskonferenz einberufen, um dennoch Bilanz ziehen zu können.

Nicht nur bei der Versammlung hatte Corona seine Finger mit im Spiel, auch das abgelaufene Einsatzjahr 2020 war geprägt davon. Das schlug sich auch in den Einsatzzahlen nieder. „Die Einsätze sind gleich geblieben, nur die Anzahl ist gesunken“, schildert Schmidinger. Die Feuerwehr Kitzbühel verbuchte 164 Einsätze, im Jahr 2019 waren es noch 215. „Dennoch war das Jahr herausfordernd für uns alle“, betont der Kommandant. So hätten es teilweise wöchentlich wechselnde Dienstvorschriften den Feuerwehren nicht einfach gemacht.

Szenarien mit viel Abstand

Vor allem zu Beginn der Pandemie. Zum Beispiel musste in dieser Zeit die Übungstätigkeit komplett eingestellt werden. „Wir haben eine sehr technische Ausrüstung auf dem neuesten Stand. Es ist daher besonders wichtig, dass wir mit diesem Gerät viel üben“, betont Andreas Reisch, Kommandant-Stellvertreter. Erst Mitte des Jahres konnte dann wieder mehr geübt werden. Dabei galt es kreativ zu sein. „Wir haben dann Szenarien entworfen, wo wir viel Abstand halten konnten“, schildert Reisch. Auch sei in vielen Kleingruppen trainiert worden, das sei vor allem bei den Fahrzeugen problemlos gewesen.

Doch auch die Einsätze sind bis heute noch nicht normal. „Bei den Einsätzen gilt derzeit FFP2-Masken-Pflicht“, schildert Schmidinger. Auch werde, soweit es möglich ist, auf die Abstände geachtet. „Wir haben zu Beginn der Pandemie auch die Mannschaft in zwei Gruppen aufgeteilt, damit im Falle einer Ansteckung noch die andere Hälfte der Feuerwehr einsatzfähig bleibt“, schildert Reisch. Dadurch habe man die Sicherheit der Kitzbüheler Bevölkerung immer garantieren können. „Wir hatten aber auch Glück und es gab im abgelaufenen Jahr keine größeren Unwetter-Katastrophen oder Großbrände. Das hat es mit der geringeren Anzahl einfacher gemacht“, erklärt der Kommandant. Bei kleineren Einsätzen sei es möglich, mit einer kleinen Mannschaft auszurücken.

Besonders sei aber die speziell bei Feuerwehren so wichtige Kammeradschaft zu kurz gekommen. „Die wichtigen Nachbesprechungen nach Einsätzen und Übungen sind nicht möglich derzeit“, sagt Schmidinger. Die Kantine im Feuerwehrhaus ist deshalb bis auf Weiteres geschlossen.


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