Filmfestival mit nur einer Besucherin auf Leuchtturm

Mit einer einwöchigen Auszeit auf einer einsamen Insel und der privaten Vorführung von Filmpremieren kann sich eine schwedische Krankenschwester von den Strapazen ihrer Arbeit mit Covid-Patienten erholen: Lisa Enroth wurde von den Organisatoren des Internationalen Filmfestivals von Göteborg unter 12.000 Kandidaten aus 45 Ländern ausgesucht, die in diesem Jahr nur gestreamte Film-Auswahl des Festivals von einem Leuchtturm auf der Insel Hamneskär aus zu verfolgen.

Die 41-jährige Kino-Enthusiastin arbeitet in der Notaufnahme eines Krankenhauses im mittelschwedischen Skövde, durch die auch alle Covid-Patienten geschleust werden. Dass die Wahl auf sie gefallen sei, sei auch ihrem „Einsatz an vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie“ zu verdanken, erklärte der Kreativdirektor des Festivals, Jonas Holmberg. Das Thema der diesjährigen Festivalausgabe laute immerhin „Soziale Distanzen“.

Eine Woche lang kann Enroth nun auf einer Leinwand im Pater-Noster-Leuchtturm so viele der 70 Premieren mitverfolgen, wie sie will. Dass es außer ihr nur noch einen anderen Bewohner auf der 250 Meter langen und 150 Meter breiten Insel gibt und sie nur per Bordtagebuch Kontakt zur Außenwelt hat, stört sie nicht. Das vergangene Jahr sei sehr „hektisch“ gewesen, da tue es gut, zur Ruhe zu kommen und nachzudenken.

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