Mehr als 2200 Festnahmen bei Protesten in Russland

Bei den landesweiten Protesten der russischen Opposition gegen Präsident Wladimir Putin sind am Sonntag mehr als 2200 Menschen festgenommen worden. Allein in der Hauptstadt Moskau nahmen Sicherheitskräfte mehr als 500 Menschen in Gewahrsam, wie die Nichtregierungsorganisation OVD-Info berichtete. Unter den Verhafteten in Moskau ist nach Angaben von Nawalnys Team auch seine Frau Julia Nawalnaja.

Die Demonstranten waren einem Protestaufruf des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny gefolgt. Landesweit von Wladiwostok im Fernen Osten Russlands über Sibirien bis Sankt Petersburg im Westen gingen die Menschen auf die Straßen. In Sankt Petersburg wurden mehr als 240 Menschen festgenommen, die Behörden gingen ähnlich wie in Moskau massiv gegen die Kundgebungen vor. Die Stadtzentren der Metropolen wurden abgeriegelt, in Moskau schlossen die Behörden unter anderem U-Bahn-Stationen.

Es wurde mit weiter steigenden Zahlen von Verhaftungen gerechnet. In der Millionenmetropole St. Petersburg setzte die Polizei Berichten zufolge Tränengas und Elektroschocker ein. Ein Beamter drohte mit seiner Waffe. Fotos aus Kasan an der Wolga etwa 700 Kilometer östlich von Moskau zeigten mehrere Demonstranten, die sich vor Polizisten an einer Hauswand in den Schnee legen mussten.

Die Journalistengewerkschaft sprach von zunächst 50 festgenommenen Medienvertretern. Sie seien in Polizeigewahrsam gekommen, obwohl sie sich hätten ausweisen können. Nach Angaben von Nawalnys Team gab es am Sonntag landesweit in rund 100 Städten Aktionen für eine Freilassung des Oppositionellen und gegen Korruption.

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US-Außenminister Antony Blinken verurteilte die russischen Behörden für ihre „harte“ Reaktion auf Proteste. „Wir erneuern unseren Aufruf an Russland, diejenigen freizulassen, die wegen der Ausübung ihrer Menschenrechte festgenommen wurden“, schrieb Blinken auf Twitter.

Die Opposition in Russland geht bereits das zweite Wochenende in Folge auf die Straße, um gegen Putin und für die Freilassung des inhaftierten Kreml-Kritikers Nawalny zu demonstrieren. Nawalny war direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland in Moskau festgenommen und im Eilverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt worden. In Berlin war der Putin-Kritiker nach einem Giftanschlag behandelt worden, für den er den Kreml verantwortlich macht.


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