Eingefrorene Vögel am Walchsee erwiesen sich als „Feuerwehr-Ente“

25 Feuerwehrmänner rückten am Sonntag zum Walchsee aus, um vermeintlich festgefrorene Vögel zu retten. Diese stellten sich aber als recht mobil heraus.

Die Enten schienen im Walchsee festgefroren zu sein.
© ZOOM.TIROL

Walchsee – Falschmeldungen in Zeitungen nennt man auch „Enten“. Solche gibt es offenbar auch im Blaulicht-Milieu. 25 Feuerwehrmänner rückten am Sonntagnachmittag zum Walchsee aus, um vermeintlich festgefrorene Vögel zu retten. Beim Eintreffen flogen den Männern die Enten dann aber um die Ohren.

Außerordentlicher Einsatz

Feuerwehrkommandant Manfred Ritzer lacht. „So etwas kommt auch nicht alle Tage vor.“ Gegen 15 Uhr wurden die Feuerwehrmänner von der Leitstelle Tirol angefordert. „Technische Hilfeleistung Tierrettung“ lautete der Alarmierungscode, zu dem schließlich gut zwei Dutzend Mitglieder mit drei Fahrzeugen ausrückten.

„Eine Dame hatte beim Spazierengehen Vögel im Wasser beobachtet. Weil sie sich aber so lange nicht von der Stelle bewegt haben, dachte sie, die Tiere seien festgefroren und bräuchten Hilfe“, schildert Ritzer. Das täuschte. Als sich einer der Männer dem Schwarm am Ufer näherte, schreckten die Tiere hoch und suchten flügelschlagend das Weite – offenbar unverletzt.

Nach 20 Minuten konnte der Feuerwehrkommandant Entwarnung geben. „Wir haben gut gelacht“, erklärt Ritzer – und dazu haben Feuerwehrmänner in voller Montur sonst selten Gelegenheit.

Verletzte oder kranke Tiere könnten am Eis festfrieren

Gesunde Enten können übrigens nicht am Eis festfrieren – ähnlich wie bei einem Wärmetauscher können sie die Temperatur in ihren Beinen regulieren und sie somit warm halten. Verletzte oder kranke Tiere wären hingegen auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Besonders, wenn es über einen längeren Zeitraum auch tagsüber Minusgrade hat, kommt es durchaus vor, dass Vögel am Eis anfrieren.

Mit dem Riesenaufgebot samt Blaulicht-Disco hatte die besorgte Tierliebhaberin jedenfalls nicht gerechnet. „Das ist ein normales Prozedere nach Alarmierung für eine Tierrettung. Es hätte sich ja auch um einen eingebrochenen Hund handeln können. Und da weiß man nie, ob nicht noch das Herrchen nachspringt“, resümiert Ritzer. (jazz)


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