Reisebeschränkungen und Lockdown: Viel weniger Jobs, mehr Geld für Arbeitslose

Das Aus für den Tourismus bringt hohe Arbeitslosenzahlen.
© TT / Thomas Boehm

Innsbruck – Das AMS hat wegen der Reiseeinschränkungen für Tirol die überregionale Vermittlung von Arbeitskräften in das Bundesland eingestellt. „Durch die wiederholten Lockdowns und die aktuell fehlende Wintersaison ist der Bedarf an diesen überregional vermittelten Personen aus Ostösterreich sehr stark zurückgegangen“, bestätigt Bernhard Pichler, Chef des Service für Unternehmen im AMS Tirol. Aktuell seien 39.527 Personen beim AMS Tirol arbeitslos gemeldet, viele davon aus dem Bereich Tourismus. Von den 45.971 Personen, die sich in Tirol in Kurzarbeit befinden seien ebenfalls viele aus dem Gastgewerbe-/Tourismusbereich. „Zudem ist der Bestand der beim AMS Tirol gemeldeten offenen Stellen ca. um ein Viertel gesunken“, sagt Pichler.

Bereits im Vorjahr gab es eine weit geringere überregionale Vermittlung als noch 2019. Wurden damals noch 41.450 Arbeitssuchende vermittelt, waren es 2020 nur 28.721, ein Rückgang von 31 Prozent. Das stärkste Minus im Jahresvergleich gab es laut AMS im April mit 89 Prozent. Im Jänner 2021 lag der Rückgang gegenüber Jänner 2020 bei 74 Prozent, wobei zu Beginn des vorigen Jahres das Coronavirus hierzulande noch fern schien – während das heurige Jahr im Lockdown begrüßt wurde. Der Tiroler Arbeiterkammerchef Erwin Zangerl fordert angesichts hoher Arbeitslosenzahlen, dass die Notstandshilfe weiter in Höhe des Arbeitslosengeldes fließen müsse. Ebenso sollte das Arbeitslosengeld 70 Prozent statt 55 Prozent der Bemessungsgrundlage betragen. „Auch wenn ein erster Erfolg zu verzeichnen ist und die Notstandshilfe bis 31. März auf Höhe des Arbeitslosengeldes angehoben werden soll“, müsse dies länger gelten, so Zangerl, denn die Arbeitslosigkeit würde nicht von einem Monat auf den anderen verschwinden.

Unterdessen bietet das AMS ein „riesiges Weiterbildungsprogramm“ an, sagt AMS-Chef Johannes Kopf, auch im Tourismus. Die Furcht mancher Touristiker, dass sich durch den langen Lockdown die Beschäftigen andere Branchen suchen würden, sei „etwas übertrieben“. (ver)

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