Preise für Haushaltsenergie 2020 deutlich gesunken

Der Preisindex für Haushaltsenergie sank 2020 zum ersten Mal seit 2016. Ein Preisplus gab es bei Strom, Heizöl – Treibstoffe waren deutlich billiger.

Strom wurde im Jahresdurchschnitt 2020 um 5,7 Prozent teurer. Heizöl kostete im Jahresvergleich um 22 Prozent weniger.
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Wien –Im Vergleich zu 2019 lag der Haushaltspreis für Energie im Jahr 2020 im Schnitt um 5,6 Prozent niedriger. Im selben Zeitraum nahm der Verbraucherpreisindex um 1,4 Prozent zu. Etwas niedrigere Preise gab es bei Gas und Fernwärme. Teurer war Strom, geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex hervor. Die Energiepreise hätten deutlich inflationsdämpfend gewirkt. „Ohne den Rückgang der Energiepreise läge die Inflation bei etwa zwei Prozent“, so Peter Traupmann, Geschäftsführer der Energieagentur.

Die Corona-Krise habe auch auf den globalen Energiemärkten ihre Spuren hinterlassen. Bei Rohöl sei es im Frühjahr zu massiven Preiseinbrüchen gekommen, von denen sich die Märkte nur langsam erholt hätten. Energiepreise, die durch eine regionale Erzeugerstruktur geprägt seien, seien in der Krise relativ stabil geblieben, so Traupmann.

Die Preise für Treibstoffe und Heizöl seien 2020 durch den Preisverfall auf den Rohölmärkten geprägt gewesen. Schon Anfang des Jahres war der Preis unter Druck geraten. Mit den weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im März und April sind die Nachfrage und damit die Preise auf den Großhandelsmärkten innerhalb weniger Wochen um 70 % abgesackt. Im Laufe des Jahres konnten sich die Preise wieder leicht erholen. Im Dezember lagen sie aber trotzdem noch um rund ein Viertel unter dem Vorjahreswert.

„Aus Sicht des Klimaschutzes sind niedrige Preise für Öl, Erdgas oder Kohle keine guten Nachrichten. Unter solchen Bedingungen ist es für erneuerbare Energien oft schwer, sich aus rein ökonomischen Gründen durchzusetzen“, so Traupmann. Daher wäre eine CO2-Bepreisung von fossiler Energie, erst recht im internationalen Gleichklang, eine sehr wirksame Maßnahme.

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Den stärksten Preisrückgang gab es bei Heizöl mit minus 22,4 Prozent. Superbenzin kostete im Jahresdurchschnitt um 12,1 Prozent weniger. Diesel war um 12,8 Prozent billiger. Damit zahlte man für eine 50-Liter-Tankfüllung 2020 unabhängig von der Treibstoffart um rund 6 Euro weniger als vor einem Jahr.

Teurer, und zwar um 5,7 Prozent, wurde hingegen der Strom. Dies sei aber vor allem auf die Erhöhung der Netztarife zurückzuführen. Dass es hier trotz eines Einbruchs der Großhandelspreise am Ende eine Verteuerung gab, lag zum einen daran, dass Änderungen der Großhandelspreise von Strom – sowohl nach oben als auch nach unten – in der Regel nicht so rasch wie etwa bei erdölbasierten Produkten an die Konsumenten weitergegeben werden. Zum anderen sind die Großhandelspreise gegen Jahresende über den Wert von Anfang des Jahres und auch über das langjährige Mittel gestiegen.

Gas war um 1,2 Prozent billiger und lag auf dem Niveau von 2018. Fernwärme kostete laut Energiepreisindex (EPI) um 0,3 Prozent weniger. Die Preise für Holzpellets waren stabil. Brennholz verteuerte sich um 0,7 Prozent. Es gebe allerdings große regionale Unterschiede und die Daten würden sich vorwiegend auf in Baumärkten verkauftes Holz beziehen, so die Energieagentur. (TT, APA)


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