Bresnik: „Dominic Thiem wurde von mir gemacht“

Nach dem 1:2 gegen Italien wartet auf Österreich im ATP-Cup Frankreich. Pikant: Thiem trifft auf Monfils, den Ex-Mentor Günter Bresnik trainiert.

Dominic Thiem verlor beim ATP-Cup seines erstes Match gegen Matteo Berrettini klar 2:6, 4:6.
© AFP

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Über Niederlagen spricht man nicht gerne, doch über die von gestern würde Dominic Thiem wohl weit lieber sprechen als über das anstehende Match von morgen, denn im Duell mit Gaël Monfils, der Frankreich im ATP-Cup als Nummer eins anführt, geht es nach der 1:2-Niederlage gegen Italien nicht nur ums Tennis, sondern auch viel um die Geräusche im Hintergrund. Der 34-jährige Franzose wird seit November des Vorjahres vom Österreicher Günter Bresnik trainiert – jenem Mann, der Dominic Thiem gut 15 Jahre lang betreut und groß gemacht hat, ehe 2019 das Zerwürfnis kam. Inzwischen sieht man sich wegen Geldforderungen vor Gericht. Und auch wenn der 59-jährige Bresnik nicht in Melbourne weilt, weckt diese Anekdote (im zweiten Spiel des Jahres und vor dem nächsten Gerichtstermin in diesem ­Monat) die alten Geister, die der 27-jährige Thiem, der Matteo Berrettini im ATP-Cup gestern glatt 2:6, 4:6 unterlag, eigentlich schnell begrabe­n wollte.

Bresnik sieht die Schuld nicht bei sich selbst

Wer nun wissen möchte, wie genau das Verhältnis zwischen dem Weltranglisten-Dritten und seinem früheren Mentor aussieht, dem sagt Bresnik: „Es gibt kein Verhältnis momentan. Mit jemandem, mit dem man so lange zusammengearbeitet hat, sollte das anders sein. Aber es liegt sicher nicht an mir.“

„Es gibt kein Verhältnis momentan. Das sollte anders sein, aber es liegt sicher nicht an mir." – Günter Bresnik (früherer Mentor von Dominic Thiem)
© gepa

Die Fronten der ehemaligen Erfolgs-Paarung sind verhärtet, das Klima vergiftet. Vor Gericht geht es derzeit um 450.000 Euro, die Bresnik fordert, dem einstmals sogar 30 Prozent bei allen Vertragsabschlüssen bis Karriereende zugesagt worden seien. Dazwischen wurde verändert, verhandelt, geklagt – laut Thiem-Anwalt soll Bresnik zwölf Millionen Euro am Tennis-Star verdient haben.

Dass der Wiener nun Klag­e erhebt, lasse ihn als Buhmann dastehen, das wisse er nur zu gut. „Dabei vergessen die Leute, dass Thiem schon 2017 Nummer vier der Welt war. Daran kann sich jetzt keiner mehr erinnern“, sagt Bresnik und schickt mit gewohnter Klarheit hinterher: „Dominic Thiem wurde von mir gemacht. Es ist für mich eine Beleidigung, wenn man mich seinen ehemaligen Trainer nennt. Wenn man jemanden vom siebten, achten Lebensjahr an trainiert, ist das ganz etwas anderes. Das ist eine besondere Verbundenheit.“ Auch am Wort „gemacht“ hält der Co-Buchautor (Die Dominic-Thiem-Methode, 2017) fest: „Das will keiner hören. Aber ich sage es immer laut, es ist einfach so.“

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Da es aber nicht nur um Klage und Streit, sondern wie eingangs erwähnt auch um Tennis geht, noch ein Blick auf das Duell zwischen Österreich und Frankreich in der Nacht auf morgen (24 Uhr, live Servus TV). Nach dem Duell zwischen Italien und Frankreich (in der Nacht auf heute) hilft vielleicht nicht mal mehr ein Sieg. Auch nicht von Dennis Novak, der Fabio Fognini 6:2, 6:3 abfertigte und gegen Benoît Paire eröffnet.

Nicht dabei beim ATP-Cup ist Rafael Nadal: Der Spanier verzichtete aufgrund von Rückenproblemen vor den Australian Open (ab 8.2.) auf den Antritt im Länderkampf.


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