Neue Schulregeln gelten vorerst bis Ostern

Die ab den Semesterferien geplanten neuen Regeln für die Schulen werden vorerst bis Ostern gelten. Das kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstag an. Die Volksschüler kehren an allen fünf Tagen der Woche zurück, die anderen im Schichtbetrieb. Eine Teilnahme am Präsenzunterricht ist allerdings nur mit negativem Selbsttest an der Schule möglich - auch das Tragen einer FFP2-Maske befreit davon nicht.

Man öffne die Schulen mit einem Sicherheitskonzept und „mit größter Vorsicht“, betonte Faßmann. „Wir holen den Präsenzunterricht zurück, aber nicht mit Hurra und Blauäugigkeit“. Die Infektionszahlen seien nicht dort, wo sie sein sollten, auch die Mutationen wären nicht zu unterschätzen. „Wir wollen vermeiden, dass wir die Schulen nach zwei bis drei Wochen wieder sperren müssen.“

In der Volksschule wird an allen Tagen der Woche im Normalbetrieb unterrichtet. „Alle anderen Modelle bringen keinen wirklichen Gewinn“, so Faßmann. Jeweils am Montag und Mittwoch werden die Schüler per Nasenbohrertests in der Schule unter Aufsicht der Lehrer getestet. Beim ersten Mal können Eltern auf Wunsch mit dabei sein - als Orte kommen dabei etwa ein Freibereich, der Turn- oder Festsaal in Frage. „Wer nicht möchte, dass sein Kind getestet wird, der lässt es zu Hause, im Homeschooling“, so Faßmann. Die Schüler müssen dabei den Stoff selbstständig erarbeiten, können aber bei Bedarf von vom Unterricht freigestellte Pädagogen (etwa schwangere Lehrerinnen) unterstützt werden. Diese Regelung habe man von Juristen überprüfen lassen.

Die Volksschüler müssen im Schulgebäude grundsätzlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen, an ihrem Platz in der Klasse dürfen sie diesen abnehmen. Das 48-Stunden-Zeitfenster zwischen den Tests wird am Freitag überschritten - das bringe ein „kleines, erhöhtes Risiko“, meinte Faßmann. Dieses sei aber kalkulierbar - Volksschulkinder hätten im Vergleich zu älteren Kindern weniger Sozialkontakte außerhalb des Unterrichts.

In der Sekundarstufe 1 (va. Mittelschule, AHS-Unterstufe) gibt es einen Schichtbetrieb mit zwei gleich großen Schülergruppen. Am Montag und Dienstag ist die Gruppe A in der Schule, am Mittwoch und Donnerstag die Gruppe B. An den jeweils anderen Tagen sind Arbeitsaufträge zu erledigen, auch hier kann man sich bei Bedarf von freigestellten Lehrern helfen lassen. Möglich ist auch eine Art hybrider Unterricht - also das Übertragen des Präsenzunterrichts auch für die Schülergruppe daheim via Internet.

Auch an den Unter- und Oberstufen wird Montag und Mittwoch getestet. Am Freitag steht dann wie bisher Distance Learning für alle am Programm - also etwa ebenfalls mit Arbeitsaufträgen oder auch mit Video-Unterricht nach Stundenplan. In der Woche darauf beginnt dann die Gruppe B. Die Unterstufenschüler müssen auch im Unterricht am Platz einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Oberstufenschüler brauchen eine FFP2-Maske.

Schularbeiten und Tests können grundsätzlich abgehalten werden. Auch der Stundenplan bleibt aufrecht - es kann also auch Turnunterricht und Musik stattfinden, allerdings mit den bisherigen Einschränkungen (keine Kontaktsportarten, kein Singen). Im Unterstufenbereich wird es an den Tagen, an denen die Kinder nicht in der Schule sind, wie bisher Betreuung geben. Diese sei (im Unterschied zu den Volksschulen) aber nur in geringem Ausmaß in Anspruch genommen worden, so Faßmann.

Lehrer müssen sich laut ihrer Berufsgruppenregelung einmal pro Woche testen lassen. Man strebe aber auch für sie einen zweiten Test an der Schule an, so Faßmann. Im Unterricht gelten weiter die Berufsgruppenregeln: Getestete Pädagogen dürfen laut derzeitigen Plänen auch weiterhin mit Mund-Nasen-Schutz unterrichten, ungetestete brauchen eine FFP2-Maske.

Im Kindergartenbereich will das Bildungsministerium die Länder bei der Beschaffung von Tests für die Elementarpädagoginnen unterstützen.


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