Graf vor Rückkehr auf die IJF-Tour: „Ich kann’s kaum mehr erwarten“

2020 hatte Judoka Bernadette Graf mit Corona und Verletzungen zu kämpfen. Beim Training in Linz beginnt für die 28-jährige Tulferin der Weg zu Olympia.

Im Sommer 2020 trainierte Bernadette Graf in Mittersill (Bild), heute geht es für die Medaillenhoffnung in Linz auf die Judo-Matte.
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck, Linz – Alles neu macht der Februar für Tirols Judo-Olympiahoffnung Bernadette Graf. Die Tiroler Polizeisportlerin blickt auf herausfordernde Monate zurück und will endlich wieder in den Wettkampf-Modus finden. Bei einem Trainingslager auf der Linzer Gugl bereitet sich die 28-jährige Tirolerin auf den Grand Slam in Tel Aviv (ISR/18.–20.2.) vor.

Noch ist aber offen, ob sich das Wettkampf-Comeback ausgeht. „Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Ich will mir in keinem Fall unnötig Druck machen“, erklärte die Tulferin, die zuletzt wegen einer Knieverletzung (Innenband) zurückgeworfen wurde. Weil Graf ihr Ticket für die Sommerspiele in Tokio schon fix in der Tasche hat, will sie kein unnötiges Risiko eingehen.

„Andererseits warte ich schon fast ein Jahr auf einen Wettkampf. Es wird Zeit, dass ich auf die IJF-Tour zurückkehre. Ich kann’s kaum mehr erwarten“, sagte Graf, die mit der neuen Judo-Nationaltrainerin Yvonne Bönisch einen Kontakt „auf Augenhöhe“ pflegt. „Sie wirkt sehr strukturiert und weiß, was sie mit uns erreichen will.“ Die 40-jährige Potsdamerin Bönisch, Olympiasiegerin 2004 in Athen, war zuletzt vier Jahr­e als Frauen-Nationaltrainerin in Israel tätig.

Die vergangenen Monat­e seit dem ersten Corona-Lockdown waren für Graf eine herausfordernde Zeit, nicht nur weil sie mit Kathrin Unterwurzacher (Karriereende) ihre langjährige Trainingspartnerin verloren hat. „Ich mache kein Geheimnis daraus. Ja, ich war im August Corona-positiv. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Und ich hatte knapp eine Woche Fieber“, erzählte die Olympia-Fünfte und dreifache EM-Bronzemedaillengewinnerin.

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Doppeltes Pech: „Als ich wieder ins Training einsteigen konnte, hab’ ich mich zuerst an der Schulter, dann auch noch am Knie verletzt. Dadurch musste ich mein Comeback zweimal aufschieben.“ Die EM in Prag (November) ging ohne die Medaillenhoffnung in Szene.

Nachwirkungen der Corona-­Erkrankung begleiteten Graf bis in den Herbst. „Ich fühlte mich schwach, kam beim Stiegensteigen schnell ins Keuchen. Auch im Training war ich ungewohnt schnell am Limit.“ Umso größer ist die Freude der Athletin (bis 78 kg), diese Woche endlich wieder mit der Nationalmannschaft mittrainieren zu können. Und wie heißt es so schön: In Linz beginnt’s ...


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