LH Platter über Impfplan: „Jede Impfdosis wird so rasch wie möglich zugeteilt“

Über 70 Prozent der Heimbewohner, 54 Prozent der Heimmitarbeiter und über 500 Ärzte sind bereits geimpft worden. Damit sei man im Plan.

Landeshauptmann Günther Platter (VP) verteidigte gestern vor der Opposition die Impfstrategie des Landes Frage für Frage.
© Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Frage für Frage, 37 an der Zahl, ackerte Landeshauptmann Günther Platter (VP) gestern im Landtag durch. Ein Fragenkatalog, der ihm von der versammelten Opposition vorgehalten wurde. SPÖ, FPÖ, NEOS und Liste Fritz orten nämlich eine „Impfwillkür“ im Land, sprechen von anfänglichen „Show-Impfungen“ und sehen den von Schwarz-Grün im Rahmen der Neujahrsklausur Anfang Jänner fixierten Tiroler Impfplan bereits als Makulatur an, die TT berichtete.

Platter wartet auf seine Impfung

Nein, er selbst sei noch nicht geimpft, sagte Platter: „Erst, wenn ich dran bin.“ Dass Tirol keine Impfstrategie habe, dementierte er scharf. Die drei festgelegten Phasen (1. Phase: Heimbewohner, Personal auf Covid-Stationen; medizinisches Personal; über 80-Jährige; 2. Phase: 65- bis 79-Jährige, Personal der kritischen Infrastruktur wie Lehrer, Polizei; 3. Phase ab Mai: Allgemeinheit) werde so umgesetzt wie beschlossen. Nötige Anpassung nicht ausgeschlossen.

Aktuell, so legte Platter dar, seien „alle Heimbewohner geimpft, die das auch wollten“. Das wären mit 4757 Personen also 71,6 Prozent aller Heimbewohner in Tirol. Bezüglich der Heim-Mitarbeiter läge die Impfquote indes bei 54 Prozent, also 3700 Personen. Und mittlerweile seien auch über 500 Ärzte geimpft. Noch im ersten Quartal würden zudem Rettungsdienste- und Gesundheits- und Sozialsprengelmitarbeiter den Impfstoff bekommen.

Impfungen werden nicht „gehortet"

Dem Vorwurf, Tirol horte gar Impfdosen, widersprach Platter ebenso: „Jede Impfdosis wird so rasch wie möglich zugeteilt.“ Jedoch müsse man stets darauf bedacht sein, dass für bereits Geimpfte auch die nötige zweite Impfdosis bereit stehe. An die 19.000 Personen hätten bereits die erste, 2900 auch schon die zweite Impfdosis erhalten. An die 100.000 haben einen Impfwillen durch Anmeldung deponiert.

Den Impfprozess bezeichnet Platter selbst als „zaghaft“. Man wolle mehr. Doch in den Beschaffungsvorgang könne Tirol weder auf EU- noch auf Bundesebene eingreifen. Das von der Opposition geforderte Impf-Dashboard sei indes bereits in Ausarbeitung.

Eine Absage erteilte Platter der Ausarbeitung eines Impfgesetzes, welches gar die Priorisierung oder die Einhaltung des Impfplans regeln solle, wie die Opposition fordert.


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