Gefahr durch unberechenbare Lawinen: Appell an Skifahrer in Tirol

Während der Semesterferien fahren viele Skigebiete ihr Angebot wieder hoch. Gewarnt wird vor einer schwer einschätzbaren Lawinengefahr durch die warmen Temperaturen.

Experten raten dringend, die Lawinengefahr in Tirol zu beachten.
© Paumgartten

Innsbruck — Einen flammenden Appell richtet Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes, vor allem an die Tourengeher, die entlang der Skipisten unterwegs sind und sich dort sicher fühlen: „Bitte denkt daran, dass es außerhalb der Betriebszeiten keine Beurteilung der Lawinengefahr gibt! Gilt eine Piste untertags als sicher, kann das am Abend schon wieder ganz anders sein." Wer danach oder auch abends auf der Piste ist — viele schnallen sich nach der Arbeit die Ski an —, sei auf eigene Verantwortung unterwegs.

Abgesehen von der Gefahr durch Schneeraupen und Lawinensprengungen, deren Ausläufer auch präparierte Pisten erreichen können, sei derzeit das Risiko durch Nass- und Gleitschneelawinen sehr hoch. „Sie sind nur sehr schwer einzuschätzen, deshalb können auch Pisten betroffen sein. Sie können auch nicht künstlich ausgelöst werden." Auch in Skigebieten, die wegen der Tourengeher das Präparieren der Pisten eigens auf die Nacht oder den frühen Morgen verlegen, gilt Eigenverantwortung bei Lawinen.

Nass- und Gleitschneelawinen sind nur
sehr schwer einzuschätzen.
Rudi Mair (Leiter Lawinenwarndienst)

Auch Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf hat zuletzt vor der Gefahr gewarnt und an die Vernunft der Skitourengeher und Variantenfahrer appelliert: „Es kommt leider immer wieder vor, dass Wintersportler trotz Sperren auf Skipisten unterwegs sind, auf denen zeitgleich Sicherungsmaßnahmen wie Lawinensprengungen durchgeführt werden." Schlechte Witterungsverhältnisse würden das Risiko zusätzlich erhöhen. Neben dauerhaft installierten sind auch mobile Systeme für Lawinensprengungen im Einsatz. Damit soll die Sicherheit auf den Pisten gewährleistet werden.

Anlässlich der Semesterferien nehmen viele Skigebiete Bahnen wieder in Betrieb, die nach den Weihnachtsferien unter der Woche nicht geöffnet waren, darunter das Kühtai, das ab diesem Wochenende „fast wieder Vollbetrieb" hat, wie Betriebsleiter Wilhelm Mareiler sagt. Dadurch soll es auch gewährleistet sein, dass sich die Skifahrer gut im Gebiet verteilen. Das gilt auch für die Axamer Lizum, wo in den Ferien weitere Lifte in Betrieb gehen sollen. Auf der Nordkette in Innsbruck sind alle Aufstiegshilfen offen, Sebastian Larcher vom dortigen Lawinenwarndienst behält sich das Sperren einzelner Pisten vor. „Die Situation wird von Tag zu Tag neu bewertet." Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit. „Wird es zu warm, kann es sein, dass wir exponierte Pisten sperren." (ms)


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