Brand von Polizeiauto in Hötting war vermutlich Anschlag

In der Nacht zum Freitag ging vor der Polizeiinspektion Hötting ein Streifenwagen in Flammen auf. Das Landeskriminalamt ermittelt.

Der Polizeiwagen wurde schwer beschädigt. Vermutlich das Werk eines Brandstifters.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Noch fehlen die Beweise. Dennoch bestehen kaum Zweifel, dass der Brand eines Polizeiautos in der Nacht zum Freitag in Innsbruck kein Zufall war. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand besteht der Verdacht auf Brandstiftung“, meldete die Innsbrucker Kripo bereits am Vormittag. Inzwischen hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.

Es war gegen 3.45 Uhr, als ein Autolenker vor der Polizeiinspektion Hötting beim Mariahilfpark den Brand entdeckte und Alarm schlug. Mehrere Beamte des Wachzimmers versuchten, die Flammen mit Feuerlöschern zu ersticken. Vergeblich. Schließlich löschte die Berufsfeuerwehr den Pkw-Brand. Der dichte Qualm war auch ins Wachzimmer eingedrungen. Drei Polizisten dürften eine Rauchgasvergiftung erlitten haben. Der Streifenwagen wurde schwer beschädigt.

Aber nicht nur das Polizeiauto, sondern auch eine mehrere Meter entfernte Hecke war in Brand geraten. Und ein schmaler Asphaltstreifen, der am Buschwerk vorbei zum Streifenwagen führte. „Das sah aus wie eine Bezinspur, die als Lunte verwendet wurde“, erzählt ein Feuerwehrmann. Die Polizei hält sich dazu noch bedeckt: „Wie der Wagen angezündet wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Polizei-Sprecher Christian ­Viehweider.

Schon am Morgen waren erste Gerüchte im Umlauf, dass ein Zusammenhang zwischen Brandanschlag und der Demo „Grenzen töten“ am vergangenen Samstag bestehen könnte. Wie berichtet, ist es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demons­tranten des Schwarzen Blocks gekommen. 15 Teilnehmer wurden vorübergehend festgenommen und zum Teil erst am Dienstag auf freien Fuß gesetzt.

Das seien nur Spekulationen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so Viehweider weiter. So weit die offizielle Version. Inoffiziell wird ein Zusammenhang keineswegs ausgeschlossen. „Die zeitliche Nähe kann ein Zufall sein oder auch nicht“, meint ein Beamter.

Das Landeskriminalamt (Tel. 059133/70-3333) ersucht jetzt allfällige Zeugen, sich zu melden.

📽️ Video | Polizei fahndet nach Einsatzfahrzeug-Brandstifter


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