Kuba lockert Staatswirtschaft - Mehr private Unternehmer

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In Kuba hat die kommunistische Regierung vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage eine Öffnung der Staatswirtschaft für private Geschäfte angekündigt. In fast allen Bereichen sollen Kleinunternehmer und Selbstständige zugelassen werden, berichtete der staatliche Rundfunk am Samstag. Die Liste der bisher für den privaten Sektor zugelassenen 127 Aktivitäten würden auf über 2000 ausgeweitet, sagte dem Bericht zufolge Arbeitsministerin Marta Elena Feito.

Im vergangenen Jahr schrumpfte die von der Pandemie und US-Sanktionen gebeutelte Wirtschaft um elf Prozent. Auf der Karibikinsel herrscht eine Knappheit an Gütern des grundlegenden Bedarfs, vor Geschäften bilden sich oft lange Schlangen. Damit ist der Druck gestiegen, lang versprochene, aber bisher blockierte Reformen jetzt umzusetzen. Neben der begrenzten Öffnung der Wirtschaft für den Privatsektor gehört dazu auch eine Währungsreform und Erleichterungen für ausländische Investoren.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, der 2018 die Nachfolge von Raúl Castro als Staatschef antrat, hat bereits eine Reihe von Wirtschaftsreformen umgesetzt, die seit 2008 unter Raúl Castro eingeführt wurden. Der sozialistische Karibikstaat leidet jedoch unter einer Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie verschärft wurde. Raúls Bruder, Revolutionsführer Fidel Castro, ist 2016 verstorben.


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