Nur 23 Stimmen Unterschied bei Wahl in Liechtenstein

Die beiden konservativen Volksparteien und Koalitionspartner in Liechtenstein trennen nach den Parlamentswahlen in dem kleinen Fürstentum nur 23 Stimmen. Sowohl die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) als auch die Vaterländische Union (VU) kamen am Sonntag bei der Abstimmung der rund 20.000 Wahlberechtigten auf 35,9 Prozent. Die VU führte mit knappem Vorsprung. Die Partei nominierte Daniel Risch für das Amt des Regierungschefs.

Risch ist Wirtschaftsinformatiker und war bisher Minister für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport. Für die FBP kandidierte erstmals eine Frau, Sabine Monauni, für den Posten der Regierungschefin. Bisher standen nur Männer an der politischen Spitze des konservativen Fürstentums, in dem das Frauenwahl- und Stimmrecht erst 1984 eingeführt wurde. Monauni ist Juristin und leitete bisher die EU-Botschaft Liechtensteins in Brüssel.

Das Parlament, der Landtag, hat 25 Abgeordnete. Die konservativen Mitte-Parteien FBP und VU bestimmen die Politik des Landes seit Jahrzehnten. Beide rechnen mit einer Neuauflage der Koalition.

Die liberale Oppositionspartei Die Unabhängigen (DU) flog mit 4,2 Prozent der Stimmen aus dem Parlament. Die aus DU abgespaltene, neue Partei Demokraten pro Liechtenstein (DPL) erhielt 11,1 Prozent der Stimmen. Die links-grüne Freie Liste (FL) kam auf 12,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 78 Prozent. 97,3 Prozent davon stimmten per Briefwahl ab.

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Das 160 Quadratkilometer große Fürstentum Liechtenstein zwischen Österreich und der Schweiz ist mit rund 39.000 Einwohnern einer der kleinsten Staaten der Welt und sehr wohlhabend. Neben Banken prägen auch Unternehmen mit Weltruf die Wirtschaft, darunter etwa der Werkzeughersteller Hilti.

Ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner sind Ausländer, überwiegend Schweizer, Österreicher, Deutsche und Italiener. Das Land ist eine konstitutionelle Erbmonarchie. Der Fürst kann unter anderem die Regierung und das Parlament auflösen und Volksentscheide außer Kraft setzen. Fürst Hans-Adam II. (75) hat die Regierungsgeschäfte 2004 seinem Sohn, Erbprinz Alois, übertragen.


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