LASK nach Cup-Semifinal-Einzug erfreut und nachdenklich

Der LASK ist am Sonntag wie im Vorjahr ins Semifinale des österreichischen Fußball-Cups eingezogen - und dennoch fiel der Jubel verhalten aus. Als klarer Favorit ins Spiel gegangen, mussten die Oberösterreicher lange zittern, bis der 5:3-Heimsieg nach Verlängerung über Zweitligist Austria Klagenfurt feststand. Verantwortlich für die Überstunden des LASK waren unter anderem Schwächen bei Standardsituationen, mit denen der Bundesliga-Vierte schon seit längerem zu kämpfen hat.

Bei den Liga-Niederlagen in diesem Jahr gegen die WSG Tirol und Rapid resultierten je zwei Gegentreffer der Linzer aus ruhenden Bällen. Gegen die Klagenfurter Austria kassierte man zwei Gegentreffer aus Cornern, was bei Trainer Dominik Thalhammer eine gewisse Besorgnis auslöste. „Standards sind ein Thema, das uns extrem beschäftigt, ein sehr wichtiges Thema, weil es uns in richtig große Probleme bringt. Wir sehen das als Problem, das wir unbedingt lösen müssen“, sagte der Coach.

Es gibt noch eine weitere Baustelle beim LASK: In dieser Saison wurden bereits vier Elfmeter verschossen. Gegen Austria Klagenfurt scheiterte Andreas Gruber beim Stand von 2:1 in der 78. Minute. Hätte der Offensivspieler getroffen, wäre seinem Club die Verlängerung wohl erspart geblieben. Laut Thalhammer sind neben Gruber auch Johannes Eggestein und Thomas Goiginger als Elferschützen vorgesehen - wer antritt, vereinbaren die Spieler kurzfristig selbst.

Die am Sonntag aufgetretenen Mängel bei Standards und Strafstößen sind laut Thalhammer symptomatisch für den bisherigen Verlauf dieses Kalenderjahres. „Diese Selbstverständlichkeit und Sicherheit ist noch nicht da. Es geht noch nicht alles so leicht vom Fuß“, erklärte der 50-Jährige.

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Obwohl es beim LASK einiges zu grübeln gibt, war die Freude über den Aufstieg groß. „Wir haben tolle Moral gezeigt und verdient gewonnen“, resümierte Thalhammer. In der Vorschlussrunde geht es am 2. oder 3. März auswärts gegen den WAC, das nächste Pflichtspiel steigt bereits am Mittwoch in der Liga mit dem Auswärtsmatch gegen den SKN St. Pölten.

Für Austria Klagenfurt beginnt die 2. Liga am Samstag, Gegner ist auswärts der SV Horn. Angesichts der Leistung seiner Schützlinge zeigte sich Trainer Peter Pacult nach seinem Debüt auf der Trainerbank der Kärntner für den weiteren Saisonverlauf optimistisch. „Man hat gesehen, dass in dieser Mannschaft einiges drinnen ist, ich hoffe, wir können es auch in der Meisterschaft umsetzen. Auf so eine Leistung kann man stolz sein, auch wenn es schlussendlich nicht gereicht hat“, meinte der ehemalige Rapid-Coach.

Die Klagenfurter liegen nach 13 von 30 Runden als Vierter zehn Punkte hinter Spitzenreiter SV Lafnitz. Die Steirer haben aber bereits angekündigt, nicht um die Oberhaus-Lizenz anzusuchen. Der Zweite Liefering ist nicht aufstiegsberechtigt, auch beim derzeitigen Dritten BW Linz soll der Sprung in die höchste Klasse kein Thema sein.


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