Tippler will Gut-Behrami im WM-Super-G fordern

Die logische Weltmeisterin im Super-G würde Lara Gut-Behrami heißen. Die Ski-Rennläuferin aus der Schweiz hat in ihrer erfolgreichsten Disziplin im Jänner in St. Anton, Crans-Montana und zweimal in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Auch auf der WM-Piste Olympia delle Tofane in Cortina war die 29-Jährige im Weltcup bereits siegreich. Alles scheint also angerichtet für den ersten Gold-Triumph bei einem Großereignis. Verhindern will das unter anderem Tamara Tippler.

Die Steirerin geht als heißestes Speed-Eisen bei Österreichs Damen in die WM-Entscheidung. In dieser Saison war sie bereits in Crans-Montana hinter Gut-Behrami Zweite sowie Dritte im zweiten Garmisch-Super-G, dazu Vierte in St. Anton. Das Gefühl passt bei der 29-Jährigen. Ebenfalls greifen für den ÖSV Christine Scheyer, Ariane Rädler und Stephanie Venier an. Für Rädler, die bereits in der Kombination hätte starten sollen, wird es der erste WM-Einsatz überhaupt. „Als kleines Kind wollte man immer schon bei der WM dabei sein“, sagte die 26-jährige Vorarlbergerin, die bereits vier Kreuzbandrisse hinter sich hat.

Für Gut geht es um die Beseitigung des größten Makels in ihrem sportlichen Lebenslauf, wie das Medien in der Schweiz formulierten. 30 Weltcup-Siege hat die Tessinerin bis jetzt zu Buche stehen, Gesamtweltcup-Siegerin war sie auch schon 2015/16. Daneben gewann sie sechs Medaillen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften. Schon 2009 bei ihrer ersten WM-Teilnahme jubelte die damals 18-Jährige in Val d‘Isere über Silber in der Abfahrt und der Super-Kombination. 2013 holte sie in Schladming Silber im Super-G, 2017 in St. Moritz Bronze.

Nur die Goldene fehlt der erfolgreichsten Schweizerin seit Vreni Schneider noch. Großen Druck deswegen verspüre sie aber nicht, machte sie klar. „Ich habe nichts zu beweisen. Natürlich will ich gewinnen. Aber ich kann nichts verlieren, nur gewinnen. Wenn es nicht ganz nach vorne reicht, weiß ich, dass ich trotzdem viel erreicht habe in meiner Karriere und dass ich es geschafft habe, nach 2017 wieder zurückzukommen“, sagte Gut bei einem Medientermin im Ortskern von Cortina.

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Am knappsten verpasste sie den Gold-Coup bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Nur eine Zehntelsekunde fehlte ihr auf ihre Landsfrau Dominique Gisin und die Slowenin Tina Maze, die ex aequo gewannen. Bei der Heim-WM 2017 in St. Moritz stürzte sie beim Einfahren für den Kombi-Slalom und zog sich einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden im linken Knie zu. Eine kleine Unachtsamkeit, die sich wegen eines zu hohen Stress-Levels eingeschlichen habe, meinte sie später.

Gut-Behrami wäre erst die zweite Super-G-Weltmeisterin aus der Schweiz nach der Premieren-Gewinnerin Maria Walliser 1987. Das einzige Land, das mehr als zwei Titel in dieser Disziplin gewonnen hat, ist Österreich. Siebenmal triumphierte eine ÖSV-Läuferin, Ulrike Maier 1989 und 1991 gleich zweimal nacheinander. Die weiteren Super-G-Weltmeisterinnen: Alexandra Meissnitzer (1999), Michaela Dorfmeister (2003), Elisabet Görgl (2011), Anna Fenninger (2015) und Nicole Schmidhofer (2017). Die steirische Landsfrau von Tippler fehlt in Cortina, weil sie in der Abfahrt von Val d‘Isere einen Verrenkungsbruch im linken Knie erlitten hat.

Titelverteidigerin ist die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die sich zuletzt in intensiven Trainingseinheiten dem Super-G gewidmet hat. Als nicht wirklich geheime Co-Favoritin gilt die Tschechin Ester Ledecka. Die Olympiasiegerin von 2018 wäre die zweite Weltmeisterin aus Österreichs Nachbarland nach Sarka Zahrobska (mittlerweile Strachova), die 2007 in Aare Slalom-Gold gewann. Die Liste der Anwärterinnen auf Spitzenplätze ist aber lang: Corinne Suter, Federica Brignone, Michelle Gisin, Petra Vlhova und Marta Bassino sind auf ihr zu finden.


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