Museumsluft ist gut für die Seele

Im landesmusealen Depot aufgetaucht: eine von 60 Zeichnungen (Ausschnitt) des venezianischen Barockmeisters Giovanni Battista Piazzetta.
© TLM

Innsbruck – Wann bzw. durch wessen Legat die rund 60 Zeichnungen von Giovann­i Battist­a Piazzetta (1683–1754) bzw. die Radierungen etwa gleicher Anzahl von Rembrand­t (1606–1669) ins Tiroler Landesmuseum gekommen sind, ist – noch – unerforscht. Dass sie, wie es derzeit scheint, nicht noch länger unbesehen im musealen Depot schlummern müssen, ist eine wunderbare Nachricht.

Sind doch die 21 Zeichnungen Piazzettas, dem neben Tiepolo wichtigsten venezianischen Meister des Barock, die Ralf Bormann ins museale Grafikkabinett gehängt hat, grafische Delikatessen vom Feinsten. Männliche wie weiblich­e Charakterköpfe, die praktisch identisch in Piazzettas in opulenter barocker Manier gemalten Gemälden auftauchen, etwa bei der in den Uffizien hängenden „Susanna im Bad­e“. Piazzettas Frau, Tochter und Sohn sind dem mit schwarzen Kreiden Zeichnenden Modell gestanden, aber auch seinen eigenen Kopf „leiht“ er so manchen seiner Heiligen und Helden.

Sozusagen als Entree zur Niederländergalerie hat Bormann zehn Radierungen von Großmeister Rembrandt ausgewählt. Darunter die mit dem Titel „Alter Mann mit hoher Mütze“ von 1630. Die das grafische Pendant zum fast gleichnamigen Gemälde ist, dem ganzen Stolz des Landes­museums, das derzeit allerdings als Leihgabe in der großen Rembrandt-­Schau im Prager Palais Kinsky hängt.

Für einen Besuch im Ferdinandeu­m sollte man sich viel Zeit nehmen. Jedenfalls diejenigen, die die groß­e Defregger-Schau oder die Sonderausstellung „Solace of Lovers“ noch nicht gesehen haben. Aber auch die Ausstellungen „Vom kleinen Saurier zum Ritter Rost“ im Zeughaus bzw. Ursula Beilers „Grüß Göttin und Aura“ im Tirol Panorama am Bergisel warten auf Besucher.

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Wieder aufgesperrt hat auch die Innsbrucker Stadtbibliothek bzw. die Galerie 6020, wo Charlotte Simon „den Fuß in die Luft setzt“. (schlo)


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