19 Tote nach Sturzflut in Indien geborgen

Nach einer massiven Sturzflut in Indien ist die Opferzahl auf mindestens 19 Tote gestiegen. Mehr als 180 Menschen wurden am Montagnachmittag (Ortszeit) vermisst. Ein riesiger Gletscher war Sonntagfrüh von einem Berg in den Himalayas abgebrochen und in einen Fluss gestürzt. Die Suche nach Überlebenden dauerte an. Das Schicksal von durch das Unglück in einem langen Tunnel gefangenen Arbeitern war weiter unklar. Hinter der Katastrophe könnte der Klimawandel stecken.

Der Vorfall ereignete sich auf gut 2.000 Meter über dem Meer im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. „Alles wurde weggeschwemmt, Menschen, Vieh und Bäume“, berichtete ein Augenzeuge des nahegelegenen Dorfes Raini. Die Massen aus Wasser und Schlamm beschädigten zwei Elektrizitäts- bzw. Wasserkraftwerke sowie fünf Brücken und schwemmten Straßen und Häuser weg. Da sich der gesamte Gletscher flussabwärts bewegte, seien Menschen in tieferliegenden Dörfern in Sicherheit gebracht worden.

Die meisten der Toten und Vermissten seien Mitarbeiter der Elektrizitätswerke. Rund 25 hätten gerettet werden können. Aber mindestens 30 Arbeiter sollen nach Behördenangaben noch in einem 2,5 Kilometer langen Tunnel des Kraftwerks eingeschlossen sein. Das schroffe Terrain, die Kälte, der Schlamm und die Trümmer im Tunnel seien eine große Herausforderung für die Rettungskräfte. Sie hätten bis Montagnachmittag (Ortszeit) rund 70 Meter im Tunnel freikriegen können, aber noch keinen Kontakt zu den eingeschlossenen Männern gehabt, sagte Energieminister RK Singh.

Einige indische Wissenschafter gehen davon aus, dass die Sturzflut mit dem Klimawandel und dem Gletscherschmelzen sowie der raschen Entwicklung der Region zusammenhängen können. So hat der Bau von breiteren Straßen und Kraftwerken die Region womöglich gefährdeter gemacht.

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In der hügeligen Landschaft gibt es immer wieder Unglücke. Bei besonders starkem Monsunregen 2013 etwa starben mehr als 6.000 Menschen. Von Greenpeace in Indien hieß es, dass das Land nach der jetzigen Flut und derjenigen von 2013 sein Entwicklungsmodell der Himalaya-Region überdenken müsse.


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