Testpflicht bei Ausreise aus Tirol: 1000 Polizisten und Soldaten kontrollieren

Die negativen Corona-Tests für die Ausreise aus Tirol werden an stationären und mobilen Standorten geprüft.

Polizei und Bundesheer wollen ab morgen Früh so engmaschig wie möglich kontrollieren.
© Böhm, De Moor

Von Benedikt Mair

Innsbruck –Ab der heutigen Nacht gelten für die Ausreise aus Tirol neue Regeln. Wer das Land verlassen will, muss ab Freitag 0 Uhr einen negativen Corona-Test vorlegen. Kon­trolliert wird auf den Straßen, in Zügen und am Innsbrucker Flughafen von rund 1000 Polizeikräften und Soldaten. Wer wann wo genau und wie die Ausreise überwacht, war gestern allerdings noch offen.

Stefan Eder.
© Polizei

„Wir warten auf die Verordnung“, erklärte dazu Stefan Eder, Sprecher der Tiroler Polizei. Die heimische Exekutive koordiniert den Einsatz, der laut Eder einer „relativ aufwändigen Planung“ bedarf, die allerdings „voll im Laufen ist“. Ungeklärt seien beispielsweise einige logistische Fragen. „An den innerösterreichischen Grenzen ist es eine Spur komplizierter als an den Übergängen zu anderen Staaten. Für manche Kontrollabschnitte brauchen wir sicher Container.“ Wo diese organisiert und auch aufgestellt werden, müsse erst geklärt werden. „Wir rechnen mit einem zusätzlichen Aufwand von 1000 Männern und Frauen“, sagte der Polizeisprecher. Die von der Exekutive gestellten Kräfte würden einerseits aus anderen Bundesländern, andererseits aus Polizeischulen herangezogen.

Die normale sicherheitspolizeiliche Versorgung ist durch die zusätzlichen Kontrollen nicht gefährdet.
Stefan Eder (Polizeisprecher)

Auch das Bundesheer wird im Einsatz sein. Laut Frank Nalter, Sprecher des Tiroler Militärkommandos, werden rund 600 Soldaten an dem Assistenzeinsatz beteiligt sein – 450 an den Grenzen zu Italien, 100 Militärpolizisten an den Übergängen zu Salzburg und Vorarlberg. 75 Sanitäter und anderes medizinisches Heeres­personal werden zudem an vier Stationen – in Waidring, Hochfilzen, Schnann und am Pass Thurn – „mit mobilen Testteams im Einsatz sein“, erklärt Nalter. Wer keinen negativen Befund parat habe und trotzdem ausreisen wolle, könne dort einen Test durchführen.

Wie in Zügen und auf Bahnhöfen kontrolliert wird, muss erst vereinbart werden. „Die ÖBB halten den Zugverkehr von und nach sowie innerhalb Tirols aber vollständig aufrecht“, teilte Bahnsprecher Robert Mosser mit.

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Ein enorm aufwändiges Unterfangen. Stefan Eder von der Tiroler Exekutive versicherte allerdings: „Die normale sicherheitspolizeiliche Versorgung ist durch die zusätzlichen Kontrollen nicht gefährdet.“

Keine Testpflicht für Durchreisende

Mit Freitag tritt die Verordnung in Kraft, wonach jeder, der Tirol verlässt, einen negativen Covid-Test vorweisen muss. Im vom Gesundheitsministerium verfassten Text, welcher der TT vorliegt, sind allerdings auch Ausnahmen vorgesehen.

Anders als zunächst vermutet werden Transitpassagiere oder Durchreisende – als solche gelten auch jene, die aus „ausschließlich unerlässlichen Gründen“ einen Zwischenstopp einlegen müssen – von der Testpflicht ausgenommen. Dasselbe gilt für den Güterverkehr und für „Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sowie Angehörige von Rettungsorganisationen und der Feuerwehr“. Ebenfalls keinen negativen Befund vorlegen müssen Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr und Menschen, die das Land verlassen, um eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum abzuwenden. Bei den behördlichen Kontrollen sind diese Gründe glaubhaft zu machen.

Die Verordnung gilt zehn Tage lang für das Gebiet des Bundeslandes Tirol – mit Ausnahme Osttirols, der Gemeinde Jungholz sowie des Rißtals und von Eben am Achensee. Zudem wird darin vermerkt, welche Testungen, die nicht mehr als 48 Stunden zurückliegen dürfen, gültig sind. Nämlich nur jene, die „im Rahmen von Tests durch dazu befugte Stellen erlangt werden“.

▶️ Durchreise und weitere Details: So sieht die Verordnung für die Testpflicht in Tirol aus

Nicht jeder wird bei der Aus- oder Transitreise einen negativen Test vorlegen müssen.
© APA/GEORG HOCHMUTH

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