Lärmbelastung: Asfinag lässt Immobilie in Stanz bei Landeck bewerten

Lärmproblem beim Perjentunnel-Westportal konnte bisher nicht gelöst werden.

Der Schwerverkehr beim Perjentunnel-Westportal löst Lärm und Schwingungen aus, betroffen sind Anrainer in der Stampfle-Siedlung (Gemeinde Stanz). Bisherige Maßnahmen der Asfinag blieben ohne Wirkung.
© Wenzel

Stanz bei Landeck – „Anrainerprobleme zu lösen, ist für uns eine heikle und auch sensible Aufgabe“, hob Asfinag-Projektleiter Martin Jäger am Mittwoch im TT-Gespräch hervor. Im gemeinsamen Gespräch strebe man die „bestmögliche“ Lösung an.

Ein ungelöstes Problem hat die Asfinag im Umfeld des Perjentunnel-Westportals – in der Stampfle-Siedlung in Stanz bei Landeck: Seit der Verkehrsfreigabe für die zweite Tunnelröhre im Dezember 2018 klagen Anrainer über Lärmbelästigung und sinkende Lebensqualität.

In besonderer Weise betroffen ist das Wohnhaus der Zahnarztfamilie Alexander Rinner: „Die Dauerbelastung durch den Schwerverkehr trifft uns vor allem in der Nacht. Die Lärmkulisse und die Schwingungen rauben uns den Schlaf.“ Womit auch psychische Belastungen verbunden sind, wie Rinner schildert.

Mehrfach versuchte die Asfinag, das Problem mit baulichen Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Doch ein neuer Fahrbahnbelag auf den ersten 40 Metern der Tunnelröhre blieb ebenso ohne Wirkung wie ein Graben beim Wohnhaus, der mit Schaumglasschotter aufgefüllt wurde. Mit dieser Füllmasse sollten die Schwingungen unterbrochen werden.

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Im Jänner rückten abermals Experten aus, um den Lärmpegel bzw. die Erschütterungen zu messen. Während man beim Lärm „grundsätzlich Verbesserungen“ festgestellt habe, sei die Intensität der Erschütterungen unverändert, fasst Jäger zusammen.

Nächster Schritt von Seiten der Asfinag werde – in Absprache mit der betroffenen Familie – eine Bewertung der Liegenschaft sein. „Die Bewertung der Immobilie soll Basis für weitere Gespräche sein“, so der Projektleiter. Von einer Grundstücksablöse wolle man aber noch nicht reden, das wäre „eine letzte bedauerliche Maßnahme“.

Weitere technische Maßnahmen zur Problemlösung wären zwar möglich, „aber die sind aufwändig und teuer“, sagte der Asfinag-Experte. In den Perjentunnel-Vollausbau hat die Asfinag übrigens 131 Mio. Euro investiert. (hwe)


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