Frostige Temperaturen am Wochenende in Österreich

Strenger Frost mit Nachttemperaturen verbreitet von minus fünf bis minus 15 Grad, speziell in einigen Alpentälern auch unter minus 20 Grad, erwartet Österreich am Wochenende. Grund ist eine polare Kaltluft, die von Norden her in den nächsten Tagen ins Land strömt und sich bis weit in die nächste Woche hinein hält, wie die ZAMG am Mittwoch berichtete. Tagsüber bleiben die Temperaturen in den meisten Regionen unter null Grad. Der Wind verschärft die Kälte zusätzlich.

„Derartige Kaltlufteinbrüche sind typisch für den Hochwinter im Jänner und Februar und kommen statistisch gesehen alle zwei bis drei Jahre vor“, berichtete Alexander Orlik, Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). „Dass sich die Kaltluft über eine Woche hält ist aber seltener.“

Dauerfrost unter 500 Metern Seehöhe von mindestens sieben Tagen in Folge gab es großflächig in Österreich zuletzt im Februar 2012, sagte Orlik. Vereinzelt beobachteten die Meteorologen derartige Serien auch in den vergangenen Jahren, wie zum Beispiel im Jänner 2019 in Wels, Hollabrunn und Golling.

Temperaturen unter minus 20 Grad in mehreren Regionen Österreichs gab es zuletzt im Zeitraum 28. Februar bis 1. März 2018, Temperaturen unter minus 25 Grad, wie sie vereinzelt in den nächsten Tagen in Österreich vorkommen können, zuletzt im bewohnten Gebiet am 26. Februar 2018 mit minus 25,2 Grad in St. Michael im Lungau (auf 1.052 Metern Seehöhe). Unter 1.000 Metern Seehöhe wurden weniger als minus 25 Grad zuletzt am 7. Jänner 2017 in Radstadt mit minus 26,3 Grad gemessen.

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Rekorde sind laut ZAMG in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Österreichs Kälterekord ist minus 37,4 Grad, gemessen am 2. Jänner 1905 am Sonnblick (3.106 Meter Seehöhe). In tiefen Lagen liegt der Rekord bei minus 36,6 Grad, gemessen am 11. Februar 1929 an der ZAMG-Wetterstation Stift Zwettl. Die bisher tiefste Temperatur im aktuellen Winter ist minus 24,2 Grad in St. Jakob im Defereggental (Osttirol) vom 11. Jänner 2021.

Das Rote Kreuz warnte angesichts der Wetterlage vor Erfrierungen und Unterkühlung. Besonders gefährlich sie extreme Kälte für ältere und kranke Menschen, sowie jene, die auf der Straße leben. „Schauen Sie deshalb hin und holen Sie Hilfe, wenn jemand in Gefahr ist“, so der Appell. „Die Gefahr von Erfrierungen droht bereits ab einer Temperatur von minus fünf Grad“, sagte Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. „Bei Wind kann der Körper aber schon vorher Schaden nehmen.“

Erste Anzeichen für Erfrierungen sind ein prickelnder Schmerz in Fingern und Zehen, Gefühllosigkeit und Verfärbungen. „Wenn der Gesamtorganismus zu stark abkühlt kann es zu Bewusstlosigkeit kommen“, sagt Schreiber. Dann bestehe sogar Lebensgefahr.“ Am besten ist es, Unterkühlte ins Warme zu bringen und in Decken einzuwickeln. Warme, gezuckerte Getränke helfen den Kreislauf anzuregen und den Körper zu erwärmen“, sagt Schreiber. Nicht hilfreich sind Massagen, das Abreiben des Körpers oder das Verabreichen von alkoholischen Getränken.


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