Silber für ÖSV-Biathleten zum WM-Aufakt in Mixed-Staffel

Die österreichische Mixed-Staffel hat am Mittwoch zum Auftakt der Biathlon-WM in Pokljuka mit der sensationellen Silbermedaille überrascht. David Komatz, Simon Eder, Dunja Zdouc und Lisa Hauser holten bei schwierigen Nassschneeverhältnissen als beste Mannschaft am Schießplatz mit nur zwei Nachladern die erste ÖSV-Medaille in dieser Disziplin. Gold ging überlegen an Topfavorit Norwegen. Bronze holte drei Sekunden hinter Österreich und knapp vor der Ukraine Schweden.

Hauser, Zdouc und Komatz sicherten sich unbeeindruckt vom positiven Coronatest von Cheftrainer Ricco Groß ihre ersten WM-Medaillen, für Routinier Eder war es die fünfte. „Das ist so unheimlich schön. Davon habe ich schon lange geträumt. Gleich beim ersten Rennen eine Medaille, es geht nicht besser“, jubelte Schlussläuferin Hauser, die im Jänner ihre ersten Weltcup-Podestplätze geschafft hatte, im ORF-Interview.

Frauen-Trainer Markus Fischer freute sich über den anhaltenden Aufwärtstrend seiner Athletinnen. „Sensationell, die harte Arbeit war nicht einfach, umso schöner, dass wir jetzt vorne mitmarschieren können. Die Stabilität am Schießstand war heute der Weg zum Erfolg“, sagte der Deutsche. Mit Silber habe er aber definitiv nicht gerechnet. „Wir sind überglücklich.“

Cheftrainer Groß musste sich nach dem am Dienstagabend bekannt gewordenen Befund in Quarantäne begeben, die zehn Tage dauert. Alle anderen Mannschaftsmitglieder wurden vor Ort zweimal negativ getestet und auch nicht als Risikokontakte eingestuft. Dementsprechend galt die Isolation nur für Groß, der wahrscheinlich vorzeitig von der bis 21. Februar dauernden WM abreisen wird. Die Aufregung um den Coronabefund hinterließ beim Mixed-Quartett offenbar keine Spuren, obwohl sie sehr wohl eine unruhige Nacht verbracht hatte, wie Hauser gestand.

Startläufer Komatz hatte nach einem Nachlader eine halbe Minute hinter der Spitze als Achter an Eder übergeben. Der Routinier blieb am Schießstand einmal mehr makellos und schickte Zdouc an sechster Stelle in die Loipe, der Rückstand auf Platz drei betrug zu diesem Zeitpunkt nur noch zehn Sekunden. Zdouc schob sich ebenfalls ohne Schießfehler zwischenzeitlich in die Medaillenränge. Hauser übernahm schließlich deutlich hinter Norwegen und der Ukraine zeitgleich mit Schweden auf Position vier.

Während die Ukraine in der entscheidenden Phase mit mehreren Fehlschüssen zurückfiel, verbesserte sich Hauser mit nur einem Nachlader an die zweite Stelle. Fast wäre noch ein Kampf um Gold entstanden, denn Norwegens Marte Olsbu Röiseland vermied mit drei Nachladern eine Strafrunde beim letzten Anschlag nur mit größter Mühe. Hauser verteidigte hingegen den Silberrang auf der Schlussrunde gegen die um Bronze hart kämpfenden Hanna Öberg und Olena Pidruschna.

„Die Aufgabe war brutal. Man weiß, alles ist von mir abhängig, ich hätte es nur versauen können. Von dem her bin ich überglücklich“, sagte Hauser über den verantwortungsvollen Schlusspart, der fast noch zur Zitterpartie geworden wäre. „Die Haxen waren blau. Ich bin froh, dass es nicht mehr länger gedauert hat“.

Der nächste Wettkampf ist nach einem Ruhetag der Männersprint am Freitag. Bis dahin sollen bei ohnehin strikten Hygienebestimmungen weitere PCR-Tests für das ÖSV-Team für Sicherheit sorgen. Die Frauen bestreiten den Sprint am Samstag. Medaillenkandidatin Hauser kann es nun noch lockerer angehen. „Mein großes Ziel habe ich schon mit den Weltcuppodestplätzen erreicht, jetzt noch eine Medaille dazu, das ist unglaublich.“ Bis dato waren die Top-WM-Ergebnisse für Österreich in der gemischten Staffel fünfte Rängen 2015 und 2016 gewesen.


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