Salzburger Machtdemonstration und violetter Hoffnungsfunke

Fußball-Meister Salzburg und die Wiener Austria haben am Mittwoch ein sehenswertes Bundesliga-Spiel zur beidseitigen Zufriedenheit geliefert. Die Salzburger freute nach dem 3:1 im eigenen Stadion die gelungene Machtdemonstration nach 0:1-Rückstand, die Austria ihre über weite Strecken gezeigte Konkurrenzfähigkeit. In Wien-Favoriten ortet man Aufwärtstendenz. Die „Veilchen“ entwickeln sich laut ihrem Trainer Peter Stöger allmählich „zu einer ordentlichen Fußballmannschaft“.

Die Austria hätte in Salzburg „gerne etwas mitgenommen“, nicht nur Stöger wusste um die Möglichkeit, mit einer Überraschung an den Top sechs anzudocken. „Als wir das letzte Mal die Chance dazu hatten, hatte es noch 25 bis 30 Grad.“ Der Spielfilm war zunächst durchaus nach dem Geschmack des Betreuers. Stöger meinte zu erkennen, wie sein Team dem Favoriten nicht nur den obligatorischen Kampf anbot, sondern sporadisch „die beste Mannschaft in Österreich unter Druck“ setzte, das Spiel beruhigte und die Salzburger zeitweise zu dem zwang, „was sie am wenigsten gern machen: Dass sie auch mal hinten nach laufen“, sagte Stöger auf Sky.

Die potenzielle Sensation nach dem 1:0 durch den früheren „Bullen“ Georg Teigl (59.) währte nur sechs Minuten und zwei Salzburg-Wechsel. Mit Patson Daka, vor allem aber Zlatko Junuzovic kam der Umschwung. Und Sekou Koita ist weiter der torgefährlichste Akteur der Liga. Das 13. Saisontor des 21-Jährigen, der einer Dopingsperre entgegensieht, bedeutete das 1:1. Kurz darauf drehte US-Jungstar Brenden Aaronson mit seinem Premierentreffer die Partie endgültig (72.). Auch Luka Sucic durfte noch über sein erstes Ligator jubeln (94.).

Der Druck, den Salzburg nach dem ersten Gegentor im fünften Frühjahrsauftritt entwickelte, war enorm. Die Kadertiefe tat ihr Übriges zur erfolgreichen Verteidigung der Tabellenführung (einen Punkt vor Rapid). „In Salzburg kommen dann die frischen Jungs, die auch Qualität haben“, sagte Stöger. Salzburg-Coach Jesse Marsch meinte: „Schade um das Gegentor, aber die Reaktion nach dem 0:1 zeigt, welche Mentalität in der Gruppe herrscht. Das (die Reaktion, Anm.) war das Beste, seit ich hier in Salzburg arbeite.“

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Knapp eine Woche vor dem Heimspiel im Europa-League-Sechzehntelfinale gegen den spanischen Club Villarreal tadelte Junuzovic aber auch die Chancenverwertung. „Zwei, drei haben wir trotzdem zum Ende hin wieder liegen gelassen.“ Dem wollte Marsch nicht widersprechen. „Da hat ‚Zladdi‘ Recht, die Chancenverwertung war nicht gut. Aber ich mache mir da keine Sorgen.“

Die Stimmung scheint sich auch bei der Austria aufzuhellen. Die Investoren-Suche befindet sich offenbar vor dem Abschluss. Finanz-Vorstand Markus Kraetschmer meinte, der Schampus sei zwar noch nicht kaltgestellt, doch man liege „auf der Zielgeraden“. „Das sollte sich bis Ende Februar ausgehen.“ Spekulationen, wonach der Georgier Merab Jordania der künftige Investor sein könnte, wollte Kraetschmer nicht kommentieren. Ein Dementi gab es nicht. „Ich bitte um Verständnis, ich werde keine Namen kommentieren. Es bringt kein Namedropping etwas.“

In sportlichen Belangen hat Stöger das Sagen, er meinte nach dem Spiel: „Mit unseren kleinen und manchmal größeren Schritten entwickeln wir uns zu einer ordentlichen Fußballmannschaft.“ Schafft die Austria bei derzeit drei Punkten Rückstand noch die Meistergruppen-Teilnahme? Laut Stöger werden die nächsten drei Spiele gegen Hartberg (h), Altach (h) und St. Pölten (a) entscheidend. „Ich bin zuversichtlich, weil die Mannschaft derzeit sehr stabil agiert.“ Der Ausgang der Parallelpartien nährt die violette Hoffnung. Der Sechste WAC (0:1 bei Rapid) blieb wie Austria-Verfolger St. Pölten (1:3 LASK) ohne Punkt.

Die momentane Mannschaftsstruktur mache Spaß, meinte Stöger. „Wir haben wieder einen Teamspirit drinnen. Das lässt mich hoffen.“ Mit Neo-Stürmer Marco Djuricin sei in zwei Wochen zu rechnen, meinte der Coach. Djuricin soll am Freitag beim Zweierteam Young Violets Spielpraxis sammeln.


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