Ellbögner Dorfchef kündigt nach fast 27 Jahren seinen Rücktritt an

Walter Hofer zieht sich im Frühjahr aus der Politik zurück.
© Thomas Boehm / TT

Von Denise Daum

Ellbögen – Seit 1994 ist Walter Hofer (ÖVP) Bürgermeister der Gemeinde Ellbögen. Im Mai will der Pensionist der Innsbrucker Kommunalbetriebe nach fast 27 Jahren sein Amt zurücklegen. Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt, gewählt wird vom Gemeinderat.

Hofers Rücktritt hängt auch mit seiner Bewerbung für ein­e gemeinnützige Wohnung in einer kürzlich fertig gestellten Anlage der Tigewosi im Ortsteil St. Peter zusammen.

Die Vorgeschichte: Der Bürgermeister bewarb sich um eine der 16 Wohnungen und erhielt – per einstimmigem Gemeinderatsbeschluss, wie Hofer betont – auch den Zuschlag. Kurz vor dem Einzug erreichte ihn allerdings ein Schreiben vom Land Tirol. „Mir wurde mitgeteilt, dass ich ein paar 100 Euro zu viel verdiene und deshalb die Wohnung nicht bekomme“, erklärt Hofer. Also entschied er sich dazu, sein Amt niederzulegen – mit dem Gedanken spiele er ohnedies schon länger. Ohne Bürgermeister-Gehalt befinde er sich unter der Einkommensgrenze für die geförderte Wohnung. Dann will er einen neuen Anlauf nehmen, um sie zu bekommen.

Dass die ursprünglich ihm zugeteilte Wohnung von der Gemeinde nicht an andere Interessenten weitergegeben wird, sorgt im Dorf indes für Gesprächsstoff. Es wird gemunkelt, dass diese Wohnung so lange zurückgehalten werde, bis der Bürgermeister die Voraussetzung für den Zuschlag erfüllt. Hofer weist das zurück: „Es gab kein­e anderen Bewerber“, so der Bürgermeister. Sobald er sein Amt niedergelegt hat, will er sich erneut „ganz normal“ für die Wohnung bewerben. „Wieso soll ich nicht dieselben Rechte haben wie jeder andere Gemeindebürger?“, fragt sich Hofer. Sein Haus in Ellbögen will er übrigens demnächst verkaufen, wie er sagt.


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