Paris-Bestzeit im WM-Abfahrtstraining vor Franz und Feuz

Dominik Paris hat im Abschlusstraining für die WM-Abfahrt der Herren am Sonntag in Cortina d‘Ampezzo (11.00 Uhr, live ORF 1). Bestzeit aufgestellt. Der Südtiroler lag 0,13 Sekunden vor Max Franz, 0,36 vor dem Schweizer Beat Feuz und 0,43 vor Otmar Striedinger. Super-G-Weltmeister Vincent Kriechmayr folgte auf Platz elf, Matthias Mayer auf 16. Dieses ÖSV-Quartett wurde anschließend auch für die Medaillenentscheidung nominiert, der Tagesachte Daniel Hemetsberger muss zuschauen.

Striedinger „ist gut gefahren und hat im Endeffekt auch die besseren Ergebnisse wie Hemi (Hemetsberger; Anm.), obwohl der auch eine starke Leistung gebracht hat. Aber bei vier ist leider fertig“, meinte ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher am Samstag. Der Favoritenkreis sei auch aufgrund der geringen Erfahrungswerte der Läufer auf der WM-Strecke Vertigine größer als bei Abfahrtsklassikern, befanden die Sportler und Trainer.

Puelacher zählt jedenfalls alle Österreicher dazu: „Alle vier, die morgen am Start sind, fahren gut Ski zurzeit. Wir haben eine kompakte Mannschaft schön langsam im Speed-Bereich. Ich sehe es fast schon so wie im Slalom. Das ist natürlich schön.“ Für die rot-weiß-roten Starter geht es um den ersten WM-Titel für Österreich in einer Herren-Abfahrt seit Michael Walchhofer 2003 in St. Moritz.

Nach dem ersten Training am Freitag war die von vielen Athleten kritisierte Passage vor dem Vertigine-Sprung umgesetzt und damit das Tempo erhöht worden, auch in der Traverse wurden Tore versetzt. „Oft einmal muss man halt was sagen, und das habe ich mich gestern getraut“, sagte Paris. „Heute hat das gut ausgeschaut, mit dem Speed kann man fast alles auf Zug durchfahren.“ Er erwartet ein spannendes und enges Rennen, denn es sei eine kurze Abfahrt und viele seien gut drauf. „Es könnte auch Überraschungen geben. Ich hoffe, dass kein Wind ist.“

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Kriechmayr fand es „wesentlich angenehmer zu fahren“, er hatte sich am Vortag mit Kritik im Gegensatz zu Paris und Feuz aber zurückgehalten, denn es sei nicht einfach, auf einer neuen Strecke die Geschwindigkeit immer gleich auf Anhieb richtig einzuschätzen. Nach der Goldmedaille habe er vielleicht nicht so den Druck, aber er wolle noch Medaillen sammeln. „Ich freue mich sehr, das wird sicher ein enges Rennen. Es ist nicht die längste Abfahrt, es könnte ein ziemliches Gemetzel werden.“

Mayer erklärte, er habe noch Videostudium vor sich. „Es ist auch unruhig und schlagig, das hat man bei der Besichtigung nicht so gesehen. Routine hilft dir hier runter nicht so viel wie auf einer Abfahrt, die jedes Jahr im Weltcup ist. Deshalb ist der Favoritenkreis wahrscheinlich auch ein bisschen größer.“ Was der Abfahrt fehle, sei eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit. „Man kann sie nicht mit Bormio, Kitzbühel oder Garmisch vergleichen, die zuletzt im Weltcup waren. Es ist einfach nicht die Geschwindigkeit da, das muss man sagen. Es geht relativ langsam hin und her. Aber auf das muss man sich einstellen.“

In den Mitfavoritenkreis fuhr sich nach den Trainingsleistungen Franz. „Videoschauen und einen guten Plan für morgen zurechtlegen. Das ist, glaube ich, hier runter das beste Rezept“, sagte der Kärntner. Auch sein näherer Landsmann Striedinger konnte nach dem Training zufrieden den Zielraum verlassen. „Mir taugt die Piste, mir taugt der Schnee, mir taugt das Wetter. Es passt alles. Ich fühle mich wohl, das ist gut, denn wenn ich mich wohlfühle, kann ich attackieren. Das werde ich morgen sicher machen.“

Der für Deutschland startende Romed Baumann steht nach Silber im Super-G ebenfalls auf der langen Liste jener, die um die Medaillen fahren werden. „Ich habe sicher noch nicht alles aufgedeckt“, verriet er nach Platz 22 im Training. Vor allem der untere Teil käme dem gebürtigen Tiroler entgegen. „Der Rückenwind ist natürlich da, das Selbstvertrauen ist auch riesig.“ Die Lösung vor dem Vertigine-Sprung gefalle ihm: „Man kann sogar, wenn man ganz sauber fährt, alles auf Zug fahren. Der Sprung ist trotzdem noch okay.“


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