Katalonien wählt ein neues Parlament

Die Bürger der abtrünnigen spanischen Region Katalonien wählen am Sonntag ein neues Parlament. Die Parteien, die für eine Abspaltung vom Zentralstaat eintreten und derzeit eine Minderheitsregierung bilden, hoffen auf eine absolute Mehrheit. Allen Umfragen zufolge wird das Parlament in Barcelona aber weiterhin zersplittert bleiben. Beobachter befürchten lange Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung und eine politische Blockade, die monatelang anhalten könnte.

Die linksnationalistische Partei ERC und die liberal-konservative JuntsxCat, die beide auf die Gründung einer katalanischen Republik setzen und zurzeit Koalitionspartner sind, können mit jeweils gut 20 Prozent der Stimmen rechnen. Im spannenden Kampf um den Wahlsieg haben auch die Sozialisten, die in Madrid regieren und Gegner einer Abspaltung Kataloniens von Spanien sind, nach den jüngsten Erhebungen ebenfalls gute Chancen.

Gut 5,6 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Wegen der Pandemie wird aber eine sehr niedrige Beteiligung befürchtet. Die Regionalregierung von Ministerpräsident Pere Aragonès (ERC) hatte die Abstimmung wegen Corona auf den 30. Mai verschoben. Die spanische Justiz hatte diese Entscheidung aber gekippt.

Nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum war Katalonien im Herbst 2017 von der damaligen konservativen Zentralregierung monatelang unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont floh nach Belgien ins Exil. Viele Separatisten wurden aber zu langen Haftstrafen verurteilt.

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