Organisator von Corona-Demos betrieb Cannabis-Plantage

Die Salzburger Polizei hat am vergangenen Mittwoch in Oberalm (Tennengau) eine Cannabis-Plantage ausgehoben und vier Verdächtige festgenommen. Die deutschen Staatsbürger - drei Männer und eine Frau - sollen bereits im Jahr 2019 gemeinsam ein Einfamilienhaus im Ort angemietet haben und später zum Drogenanbau- und -umschlagplatz umfunktioniert haben. Laut Medienberichten handelt es sich bei einem der Beschuldigten um den Anführer der Corona-Demonstrationen in Salzburg.

Die vier Beschuldigten sind in der Vergangenheit allesamt bereits im Großraum München mit Drogendelikten in Erscheinung getreten. Vor zwei Jahren beschlossen der 35-jährige vermutete Kopf der Bande, seine Freundin (24) und ein 26-jähriger Bekannter einen Schlussstrich in Deutschland zu ziehen und nach Salzburg zu ziehen. Bereits im Herbst 2019 schmiedeten sie laut Polizei Pläne für einen Cannabisanbau im Keller des Hauses und rekrutierten dafür im Frühjahr 2020 einen 48-jährigen Bekannten, der über eine mehrjährige Erfahrung im Anbau von Cannabis verfügt. Dieser wurde mit einem Monatsgehalt von 1.000 Euro sowie fünf Prozent des Ernteertrages als „Gärtner“ eingestellt. Der Mann zog ebenfalls im Haus in Oberalm ein.

In der Folge wurden 10.000 Euro in eine professionelle Cannabisanbauanlage investiert. Ab Sommer 2020 wurde Cannabis angebaut und im Anschluss weiterverkauft. Das Geschäft lief offenbar erfolgreich, wodurch die Anlage kontinuierlich ausgebaut wurde - und sich auch die 2.000 Euro Monatsmiete für das Haus refinanzierten. Nach monatelangen Ermittlungen schlug nun die Polizei zu. Bei einer Hausdurchsuchung am 10. Februar wurden rund fünf Kilo Cannabisblüten, 650 Gramm Cannabisharz, 25 Gramm Kokain, 34 Fläschchen LSD-Tropfen und eine kleine Anzahl an Ecstasy-Tabletten und MDMA sichergestellt. Neben Suchtmittel-Equipment wurden mehrere zum Teil verbotene Waffen - darunter eine Armbrust, ein Schwert, Messer, Revolver und Faustfeuerwaffen - sichergestellt. Insgesamt bezifferte die Polizei den Wert der konfiszierten Gegenstände mit rund 100.000 Euro, für den Abtransport musste ein Lkw angefordert werden.

Bei der ersten Einvernahme verweigerten alle vier die Aussage. Erst später gaben sie zu, die Anlage betrieben zu haben. Alle versuchten, die Verantwortung den jeweils anderen zuzuschieben. Nur der 48-jährige Beschuldigte war umfangreich geständig, als „Gärtner“ die Anlage betreut zu haben und dafür bezahlt worden zu sein. Alle vier wurden in die Justizanstalt Salzburg gebracht. Sie werden angezeigt.

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Beim Kopf der Bande dürfte es sich um ein bekanntes Gesicht in der Szene der Corona-Leugner handeln. Der Verdächtige ist in den vergangenen Monaten nicht nur in Salzburg als Organisator von Kundgebungen in Erscheinung getreten, sondern ist auf Videos auch auf Wiener Demos zu sehen, betonte am Sonntag auch die „Plattform gegen Rechts Salzburg“ in einer Stellungnahme. Dass der Verein des Beschuldigten sich dabei Werte wie „Frieden“ und „Kultur“ auf die Fahnen hefte, bei ihm aber nun ein „bemerkenswertes Waffenarsenal“ gefunden wurde, zeige, dass es sich bei „Covid-Spaziergängen“ nicht um eine rein „harmlose Versammlung besorgter Bürger“ handelt. „Hier finden auch (in führender Funktion) Gewaltbereite und/oder Rechtsextreme zusammen“, hieß es in dem Statement.


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