Kufsteiner Bürgermeister ortet „Katastrophe für Grenzregion“

Euregio Inntal fordert eine „Abrüstung der Worte“ im Streit um Grenzsperren. In Kufstein spricht Bürgermeister Martin Krumschnabel von einer „Katastrophe für die Grenzregion." Es brauche einen Kompromiss.

Kufsteins BM Martin Krumschnabel will einen Kompromiss.
© Otter

Kufstein, Kiefersfelden – Die Grenze ist schon lange überwunden – die Region zusammengewachsen. Ein Fan und Förderer dieser Entwicklung sitzt in der bayerischen Grenzgemeinde Kiefersfelden. Bürgermeister Hajo Gruber hält nichts von „Tirol-Bashing“, aber sollte man die Ausbreitung der südafrikanischen Mutation mit der Grenzschließung zurückdrängen, wäre das „wunderbar“. Aber Gruber setze auch sein „geringes politisches Gewicht“ ein, damit es zumindest Ausnahmen für Berufspendler gibt.

Kein Wunder, seine Gemeinde wäre von einer komplett strikten Anwendung des Einreiseverbots selbst betroffen. So wohnen kommunale Mitarbeiter für das Klärwerk oder die Kindertagesstätten in Tirol. Für solche Fälle hofft er auf das Wort „systemrelevant“. Und viele Kiefersfeldener arbeiten ihrerseits in Tirol, bei Sandoz in Kundl oder Schaftenau oder in anderen Betrieben. Grubers große Hoffnung: Das Ganze sei derzeit zeitlich begrenzt und „hoffentlich“ nicht zu lange notwendig.

In Kufstein, Kiefersfeldens Nachbarstadt, spricht Bürgermeister Martin Krumschnabel von einer „Katastrophe für die Grenzregion. Es braucht einen Kompromiss. Ich verstehe, dass man unterbinden will, dass die Leute zum Spaß oder zum Einkaufen über die Grenze fahren. Aber Arbeiter brauchen die Sicherheit, dass Grenzen offen sind.“, so Krumschnabel.

Für Bürgermeister Georg Aicher-Hechenberger vom Grenzdorf Erl ist die Vorgangsweise „ein depperter Hüftschuss. Ministerpräsident Markus Söder genießt es, auf Tirol zu zeigen, und macht damit Politik.“ Für die Arbeiter bestünde derweil ein rechtliches Problem, wenn sie nicht mehr zur Arbeit kommen.

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Walter J. Mayr von der Tirol-bayerischen Vereinigung „Euregio Inntal“ wiederum appelliert an die Politiker auf Landes- und Bundesebene, „mit Worten abzurüsten und an das Gemeinwohl der Bevölkerung zu denken. Auch an die betroffenen Lkw-Fahrer.“ (wo)


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