Separatisten bei Katalonien-Wahl laut Prognose vorn

Bei der Parlamentswahl in Katalonien haben separatistische Parteien einer inoffiziellen Prognose zufolge die meisten Parlamentssitze erobert. Nach der vom staatlichen TV-Sender RTVE unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale veröffentlichten Prognose können alle separatistischen Parteien zusammen mit insgesamt 73 bis 78 Abgeordneten im Regionalparlament in Barcelona mit seinen 135 Sitzen rechnen. Die Mehrheit liegt bei 68 Sitzen.

Offizielle Ergebnisse der Stimmenauszählung lagen am Sonntagabend zunächst noch nicht vor. Die Wahlbeteiligung lag angesichts der Corona-Pandemie wesentlich niedriger als bei der Wahl 2017. Damals lag sie bei gut 79 Prozent.

Wesentlich verbessern konnte sich die in Madrid regierende sozialistische PSOE, die in Katalonien PSC heißt. Sie könnte auf 34 bis 36 Sitze kommen. Sie ist gegen eine Abspaltung der im Nordosten des Landes gelegenen Region. Aber anders als die frühere konservative Regierung der Volkspartei sind die Sozialisten offen für Verhandlungen.

Sollten sich die Prognosen bestätigen, könnte eine Regierungsbildung schwierig werden. Ob sich die beiden größten separatistischen Parteien, die linke ERC und die liberal-konservative JuntsxCat, wie in der abgelaufenen Legislaturperiode wieder auf eine Regierung einigen könnten, ist ungewiss. Die Unterschiede hinsichtlich des Wegs zur Unabhängigkeit und auch auf anderen Politikfeldern sind groß. Zudem werben die Sozialisten für Gespräche über eine Beilegung des Konflikts.

Eine herbe Niederlage deutete sich für die größte Oppositionspartei Spaniens an, die konservative Volkspartei. Sie wurde nach der Prognose von der rechtspopulistischen Vox überholt. Einen Absturz erlebte die liberale Ciudadanos-Partei, die einen Großteil ihrer Wähler an andere Parteien verlor.


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