Sanierung der Grazer Justizanstalt Karlau früher als geplant

Nach zwei Ausbruchsversuchen aus der Grazer Justizanstalt Karlau soll die marode Anstalt umgebaut werden. Die Bauaktivitäten starteten schneller als zuletzt kommuniziert.

Nach Ausbruchsversuchen aus der Grazer Justizanstalt Karlau wird rascher als vorgesehen umgebaut. Der Mauerzustand ist schlecht.
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Graz – Nach zwei Ausbruchsversuchen aus der Grazer Justizanstalt Karlau gibt es Bauaktivitäten – schneller als angenommen. Vergangene Woche hatte es geheißen, die Planung sei angelaufen. Mittlerweile sind Dutzende Insassen in andere Anstalten verlegt worden. Bei der Überprüfung hat sich herausgestellt: Der Zustand des Mauerwerks ist schlechter als gedacht. Vize-Leiter Gerhard Derler sagt, dass wegen der neuen Erkenntnisse einzelne Bau- und Sicherungsmaßnahmen der Generalsanierung vorgezogen werden. Welche, werde nun eruiert.

Damit die Bauarbeiten früher beginnen können als avisiert, sind 35 Insassen umquartiert worden. „Innerhalb der nächsten Wochen werden auf Vorschlag der Anstaltsleitung und nach Prüfung durch die Generaldirektion bis zu 60 weitere Insassen in andere Justizanstalten verlegt“, heißt es. Eigentlich hätte das im Herbst geschehen sollen.

Dass einfach und leise ein Loch in die Wand gestemmt werden konnte, dürfte bei einem „Selbstversuch“ der Aufsicht augenscheinlich geworden sein. Eine „intensive Prüfung“ habe der baulichen, technischen und organisatorischen Sicherheit gegolten. „Im Zuge dessen wurde das Mauerwerk des Zellenhaustraktes durch die Justizanstalt auf die Sicherheit überprüft, zudem ein Gutachten eingeholt. Die Generalsanierungsmaßnahmen wurden als notwendig befunden.“ Die Überprüfungsergebnisse sollen in die Generalsanierung des Zellenhaustraktes der Justizanstalt einfließen.

Im Oktober 2020 und Anfang Februar hatten je drei Insassen ein Loch in die Zellenwand geschlagen; sie waren so auf das Außengelände der Karlau gelangt. Teils schafften es die Ausbrecher gar über die Außenzäune. Alle Insassen wurden geschnappt, ehe sie sich davonmachen konnten. Ein 26-Jähriger war bei beiden Ausbruchsversuchen dabei. In beiden Fällen gingen die Häftlinge gleich vor. Sie stemmten das Loch in die Zellenaußenwand, knüpften Leintücher zu einer Art Seil zusammen, über das sie hinunterkletterten. (APA, TT)

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