Red Bull auch ab 2022 mit Honda-Motor-Technologie

Red Bull Racing und AlphaTauri, die beiden Formel-1-Teams von Österreichs Milliardär Dietrich Mateschitz, bleiben der Formel 1 erhalten und fahren zumindest bis Ende 2024 mit Honda-Technologie. Da die Motorenentwicklung nach einem Beschluss des Weltrats des Internationalen Automobilverbands (FIA) in der Motorsport-Königsklasse bis zur Einführung eines neuen Triebwerkstyps im Jahr 2025 eingefroren wird, kann Red Bull weiter Honda-Antriebe nutzen, wie am Montag bekannt wurde.

Der japanische Konzern steigt bekanntlich mit Ende des Jahres aus der Formel 1 aus, doch die „Red Bull Powertrains Limited“ wird sich ab 2022 selbst um die Honda-Motoren kümmern. Red Bull und AlphaTauri können somit nun praktisch in Eigenregie weitere drei Jahre die Antriebstechnologie der Japaner nutzen, ohne weitere teure Entwicklungsarbeit leisten zu müssen.

„Wir haben dieses Thema seit einiger Zeit mit Honda diskutiert, und nach der Entscheidung der FIA, die Entwicklung von Triebwerken ab 2022 einzufrieren, konnten wir endlich eine Einigung über die weitere Verwendung des Honda-Hybrid-Motors erzielen“, wurde Red Bulls Motorsport-Konsulent Helmut Marko in einer Team-Aussendung am Montag zitiert.

„Wir sind dankbar für die Kooperation mit Honda in dieser Hinsicht und dafür, dass sowohl Red Bull Racing als auch die Scuderia AlphaTauri weiterhin wettbewerbsfähige Motoren haben. Die Gründung von Red Bull Powertrains Limited ist ein mutiger Schritt von Red Bull, den wir jedoch nach sorgfältiger und detaillierter Prüfung unternommen haben“, betonte der 77-jährige Steirer, für den diese Lösung alternativlos war.

„Für die Formel 1 ist es eine ganz klare Vernunft-Entscheidung“, hatte sich Marko wiederholt für den Entwicklungsstopp der seit 2014 eingesetzten V6-Turbo-Hybrid-Triebwerke stark gemacht, weil diese ein „derartiger Kostentreiber“ gewesen seien. Und wäre dieser „Engine Freeze“ abgelehnt worden, hätte der Motorsport-Königsklasse mitten in der Coronakrise eine Zerreißprobe gedroht.

„Das würde bedeuten, dass Red Bull seine Formel-1-Situation drastisch überdenken muss“, hatte Marko zuletzt am 21. Jänner in einem Bericht des deutschen Fachmagazins „Auto Motor und Sport“ wieder einmal mit dem Ausstieg der beiden Mateschitz-Rennställe gedroht. „Das ist keine Erpressung. Aus reinen Vernunft- und Kostengründen ist ein Engine Freeze der einzige Weg mit diesen unglückseligen Triebwerken.“

Diese Ausstiegsszenario ist nun aber seit Montag endgültig vom Tisch. Dementsprechend erleichtert war auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für Red Bull auf seiner Formel-1-Reise.“ Die Red Bull Powertrains Limited werde auf dem Fabriksgelände von Red Bulls Formel-1-Teambasis in Milton Keynes untergebracht und betrieben.

Honda habe laut Horner „erheblich in Hybridtechnologie investiert, um die Versorgung beider Teams mit wettbewerbsfähigen Triebwerken sicherzustellen. Wir beginnen nun damit, den Geschäftsbereich Power Unit intern zu integrieren und die neuen Einrichtungen und Mitarbeiter in unseren Technologiecampus zu integrieren. In der Zwischenzeit konzentrieren wir uns darauf, die bestmöglichen Ergebnisse in der letzten Saison mit Honda als offizieller Motorlieferant zu erzielen.“


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