Enge Kombi-Entscheidung bei Herren erwartet - Schwarz lauert

Für Alexis Pinturault liegt nach dessen zweiter Zeit im Super-G die Kombinations-Goldmedaille bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d‘Ampezzo bereit. Der Franzose hat 0,22 Sekunden Vorsprung auf Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr und 0,24 auf Matthias Mayer. Beste ÖSV-Chancen hat aber Marco Schwarz, der nach bravouröser Fahrt Fünfter wurde. 0,32 Sekunden Rückstand kann er im Slalom auf Pinturault sicher wettmachen (15.20 Uhr/live ORF 1).

Die Bestzeit stellte mit Startnummer 32 überraschend der 23-jährige Kanadier James Crawford auf, der 8/100 Sekunden vor Pinturault reinkrachte, im Medaillenkampf aber wohl eher keine Rolle spielen wird - auch wenn er 2016 Fünfter der Junioren-WM war. Unmittelbar hinter Schwarz folgten mit den Schweizerin Loic Meillard (+0,43) und Luca Aerni (+0,53) auf den Plätzen sechs und sieben zwei weitere heiße Medaillenanwärter. Auch Riccardo Tonetti (ITA/+0,69) darf noch hoffen, Trevor Philp (CAN/+1,00) indes hatte im Slalom schon lange keine Zielankunft mehr.

Crawfords Zeit von 1:19,95 war übrigens nur etwas mehr als zwei Sekunden schneller als die Bestzeit bei den Damen durch Federica Brignone (ITA/1:22,11), die unmittelbar davor ja auf dem exakt selben Kurs auf der Olympia delle Tofane ihr Speed-Teilrennen ausgetragen hatten.

„Ich bin schon ein bissl überrascht. Es hat sich sehr gut angefühlt beim Fahren, aber dass es so gut aufgegangen ist, ist natürlich super. Jetzt ist alles drinnen“, sagte Schwarz, der einen Super-G-Ski des verletzten Norwegers Aleksander Aamodt Kilde an den Beinen hatte und sich bei der Besichtigung Tipps der Kollegen geholt hatte. „In die Slalom-Piste sind sie gestern noch mit Wasser reingegangen, von dem her glaube ich schon, dass es relativ ein faires Rennen wird. Ich muss gescheit Gas geben, Pintu ist vorne, da Meillard ist gleich dahinter, es sind schon einige, die da um die Medaillen mitreden.“

Kriechmayr sprach von einer „richtig coolen Fahrt“, es sei ein voll schöner, lässiger Super-G. „Die Slalomfahrer haben ordentlich Gas geben. Wir haben in den letzten Wochen vereinzelt ein paar Tage (Slalom-Training, Anm.) eingestreut. Um da gegen die Slalomfahrer zu bestehen, hätte man einen großen Vorsprung im Super-G gebraucht. Ich möchte mich zum Abschluss noch einmal gut verkaufen und drücke dem Blacky natürlich die Daumen.“ Ein Feuerwerk dürfte man sich von ihm als „krasser Außenseiter“ aber nicht erwarten.

Mayer gestand, dass er den Ausfall in der Abfahrt nicht in einem Tag so abhaken konnte. Dennoch legte er eine gute Leistung hin. „Es ist lässig zu fahren, ich bin sehr zufrieden. Ich habe ein paar Tage Slalom trainiert, aber nie auf so einer Eispiste wie hier. Ich denke, da werden die Chancen der Abfahrer so ziemlich bei null sein“, meinte der Kärntner.

Österreich verzichtete letztlich auf die Nominierung eines vierten Athleten, nachdem der zuerst vorgesehene Christian Walder mit Rückenproblemen abgereist war und Otmar Striedinger nicht genug FIS-Punkte mitgebracht hatte.


Kommentieren


Schlagworte