Kapitän Ulmer sieht Salzburg mit Villarreal auf Augenhöhe

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Andreas Ulmer denkt Schritt für Schritt. Salzburgs Kapitän will vor der ersten K.o.-Runde der Fußball-Europa-League nicht zu weit in die Zukunft blicken. „Es kann bis ins Finale gehen, aber es kann auch gleich aus sein“, sagte der 35-Jährige vor dem Sechzehntelfinal-Hinspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/live DAZN) gegen Villarreal der APA - Austria Presse Agentur. Das Duell mit dem spanischen Tabellensechsten sieht er ausgeglichen.

„Es ist jetzt nicht so, dass wir haushoher Favorit sind. Aber wir haben auf jeden Fall Chancen, dass wir weiterkommen“, meinte Ulmer. Villarreal sei sehr spielstark. „Vorne haben sie richtig Qualität.“ Etwa mit dem früheren Dortmund-Goalgetter Paco Alcacer oder dem spanischen Nationalstürmer Gerard Moreno. Ulmer: „Rückwärts müssen wir extrem aufpassen. Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft. Wir dürfen uns auch in guten Phasen nie sicher fühlen.“

Für Ulmer wird das Heimspiel der 113. Europacup-Einsatz seiner Karriere. Österreichs diesbezüglicher Rekordmann war als einer von nur zwei Salzburg-Stammspielern neben dem am Donnerstag gesperrten Andre Ramalho schon 2015 dabei, als die Salzburger in derselben Runde an Villarreal gescheitert waren (1:2 und 1:3). Durch die jüngsten zwei Champions-League-Teilnahmen habe man allerdings Erfahrung dazugewonnen, betonte der Linksverteidiger. „Unsere Idee von Fußball ist sehr ähnlich geblieben, aber in gewissen Phasen sind wir jetzt cleverer.“

Zur Entwicklung hat auch Trainer Jesse Marsch beigetragen. Ulmer hob die „Einstellung zu jedem Spiel und jedem Training“ unter dem US-Amerikaner hervor. Mentalität scheint für Marsch nicht nur ein gern gebrauchtes Wort. „Er pusht. Der Fokus, der an den Tag gelegt wird, ist großartig - bei allen Spielern. Das ist nicht selbstverständlich“, meinte Ulmer. „Junge Spieler, die Hochs und Tiefs haben, werden so konstanter.“

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Sekou Koita und Mohamed Camara (beide 21) sind solche. Den beiden Teamspielern aus Mali droht wegen positiver Dopingtests, die von einem beim Nationalteam verabreichten Mittel gegen Höhenkrankheit herrühren sollen, eine Sperre. Ein Urteil der UEFA wird in wenigen Wochen erwartet, Ulmer versicherte den beiden Kollegen volle Unterstützung.

„Was sie bis jetzt geleistet haben, seit das öffentlich geworden ist, da muss man den Hut ziehen“, sagte Salzburgs Kapitän über die beiden Schlüsselspieler, die gegen Villarreal in der Startformation stehen dürften. „Sie bringen super Leistungen, sind im Training voll da - und es ist im Moment keine einfache Zeit für sie. Wie sie das wegstecken können und uns weiterhelfen, ist überragend.“

Ulmer selbst gibt Acht auf seinen Körper. Der Oberösterreicher kann es sich daher gut vorstellen, noch einige Jahre für Salzburg zu spielen. Sein aktueller Vertrag läuft bis Sommer 2022. „Es gibt Beispiele in der Sportwelt, wenn man auf seinen Körper schaut, dass man echt lange seinem Hobby und Traumberuf nachgehen kann“, verwies der 21-fache ÖFB-Teamspieler etwa auf Super-Bowl-Rekordsieger Tom Brady. Der 43-Jährige sei nicht nur für ihn, sondern für viele Sportler eine Inspiration.

„In dem Alter noch so Leistung zu bringen, so hungrig zu sein und fokussiert, und dem Sport alles unterzuordnen - das ist schon beeindruckend, mental und auch körperlich“, sagte Ulmer über Brady. Einen Endpunkt habe er sich selbst nicht gesetzt. „Solange ich fit bin, solange ich mithalten kann und Spaß habe, möchte ich spielen.“ Auch eine WM-Teilnahme Ende 2022 in Katar ist nicht ausgeschlossen. „Bei so einem Event dabei zu sein, ist etwas ganz Besonderes“, meinte Ulmer. „Es hängt aber nicht nur von mir ab.“

Vorerst warten der Auftakt der WM-Quali im März und dann die EM im Sommer. Ulmer ist im ÖFB-Team bei Franco Foda im Gegensatz zu Vorgänger Marcel Koller gesetzt. Über sein erstes großes Turnier hat er sich noch keine konkreten Gedanken gemacht. „Man weiß noch gar nicht genau, wie alles ablaufen wird“, erklärte der Linzer. Eine EM „mit Menschenmassen“ wäre in jedem Fall schöner als ohne, meinte Ulmer.

Ob das aktuelle Nationalteam wegen der enormen Dichte an verfügbaren Klassespielern vielleicht die besten Voraussetzungen der Geschichte habe, um bei einer EM erfolgreich zu sein? „Die Auswahl an Spielern auf hohem Niveau ist sehr groß. Im Endeffekt zählt aber, was herauskommt“, betonte Ulmer. „Wenn wir alles gewinnen, sind wir das beste Nationalteam, wenn wir nichts gewinnen, dann nicht. Es geht nur darum, was wir erreichen.“


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