Südafrika-Virus breitet sich außerhalb Tirols weiter aus

In Südtirol wurden sechs Fälle nachgewiesen, Salzburg machte einen dringenden Verdachtsfall publik. Hierzulande bleiben die Zahlen stabil.

Bei 318 Proben von Tiroler Infizierten wurde die B.1.351-Variante des Coronavirus teil- oder vollsequenziert.
© APA/ROLAND SCHLAGER

Bozen, Meran, Salzburg, Innsbruck – In immer mehr europäischen Regionen werden Infektionen mit der südafrikanischen Mutante des Coronavirus bekannt. Aus Südtirol wurden gestern sechs Fälle gemeldet, die Stadt Salzburg erachtet es als höchstwahrscheinlich, dass sich ein 15-Jähriger mit der Variante angesteckt hat. Die Zahlen in Tirol bleiben hingegen vorerst stabil – bei 318 Proben wurde die B.1.351-Mutation teil- oder vollsequenziert.

B.1.351 in Tirol

Bestätigte Fälle der B.1.351-Variante des Coronavirus gibt es in Tirol derzeit 318. Davon sind 176 Proben vollsequenziert und 142 teilsequenziert. Unter allen Fällen – wozu auch 198 vorselektierte Verdachtsfälle zählen – gibt es einen Anteil von aktuell 136 aktiv Infizierten.

Hotspot der südafrikanischen Mutation in Tirol ist nach wie vor der Bezirk Schwaz. Über 58 Prozent aller Fälle stammen dort.

Was mehrere Medien in Südtirol bereits am Montagabend berichteten, bestätigte gestern Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) bei einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag: Sechs Menschen haben sich mit der Südafrika-Mutation infiziert. Die Betroffenen leben in vier Gemeinden, alle liegen im Großraum Meran. „Es war eine Frage der Zeit, dass auch bei uns diese Variante festgestellt wird“, sagte Kompatscher. „Das ist nicht nur mit der Nähe zu Tirol erklärbar, wo es ja einige Hundert dieser Fälle gibt, sondern auch, weil in anderen Regionen Italiens bereits Fälle dieser Mutation aufgetreten sind.“ Das Protokoll sehe jetzt weitere Maßnahmen vor. Die Kontaktrückverfolgung werde ausgebaut, in den betroffenen Gebieten mehr auf das Coronavirus getestet.

Ob und wenn ja welche weiteren Schritte die Südtiroler Landesregierung setzen wird, war gestern Abend unklar. Wie der örtliche Sanitätsbetrieb erklärte, soll es allerdings heute ein Treffen mit den Bürgermeistern der Gemeinden mit Mutations-Fällen – Meran, St. Pankraz, Riffian und Moos im Passeier – geben. Dort werde das gemeinsame Vorgehen besprochen. Der Sanitätsbetrieb rief die Bevölkerung allerdings „zur strikten Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln auf. Das eigene Haus sollte nur für unbedingt notwendige Bewegungen verlassen werden.“

318 Fälle der Südafrika-Mutante sind in Tirol bestätigt.
© imago

Aufgrund eines Mutations-Verdachtsfalles befinden sich derzeit sieben Menschen in Salzburg in Quarantäne. Das teilte die Gesundheitsbehörde der Stadt gestern mit. Ein 15-Jähriger sei positiv auf die Südafrika-Mutante des Coronavirus vorgetestet worden, hieß es. Werde sich der Fall bestätigen, wovon auszugehen sei, wäre dies der erste Nachweis im Bundesland. Als Indexperson für die verdächtige Infektion gilt der Vater des Jugendlichen. Dieser hatte sich in Afrika aufgehalten und „ist mit dem Flugzeug über Wien zurück nach Salzburg gereist“, heißt es in einer Aussendung. „Bei seinem Test konnte die Virus-Mutation zunächst nicht klar nachgewiesen werden. Aufgrund des Verdachts beim Sohn wurde von den Gesundheitsbehörden ein zusätzliches Screening der gesamten Familie angeordnet.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Elf neue Verdachtsfälle auf die Südafrika-Mutation gab es am 14. Februar in Tirol, wie das Land gestern in einer Aussendung mitteilte. Damit gebe es insgesamt 516 bestätigte und teils unbestätigte Fälle. 176 Vollsequenzierungen bestätigen die B.1.351-Variante, davon ist ein Fall aktuell positiv. Teilsequenzierte Proben liegen derzeit 142 vor, 198 Verdachtsfälle sind vorselektiert und werden nun genauer geprüft. „Über 58 Prozent aller bestätigten bzw. teils unbestätigten Südafrika-Mutationsfälle sind im Bezirk Schwaz zu verzeichnen“, heißt es vom Land. „Rund 19 Prozent stammen aus dem Bezirk Kufstein sowie rund 11 Prozent aus dem Bezirk Innsbruck-Land und etwa fünf Prozent aus der Stadt Innsbruck.“ (bfk, TT)


Kommentieren


Schlagworte