Wildschönauer Freizeitpark: Drache ist noch in Ketten gelegt

Der Erlebnispark Drachental Wildschönau erlebt ein Auf und Ab. Der Eislaufplatz wurde zur Begeisterung der Bevölkerung eröffnet. Der Vollausbau stockt.

Der Wildschönauer Drache blickt im Freizeitpark auf die Oberauer Pfarrkirch­e. Die Betreiber hoffen bald auf einen Vollbetrieb.
© Silberberger

Von Wolfgang Otter

Wildschönau – Auf dem Riedlhang in Oberau sollten bereits zur Weihnachtszeit Junge und Junggebliebene im Alpine Coaster mit Schlitten nach unten sausen, während andere auf dem Eislaufplatz ihre Runde drehen. Doch nur Letzteres ist aufgrund der Corona-Bestimmungen derzeit möglich. Wenn auch die Eisfläche die Wildschönauer anzog, die Finanzuhr für die Parkerbauer tickt ganz laut. Da hilft auch nicht, „dass wir mit den Einahmen aus dem Eislaufplatzbetrieb weit über unseren Planungen sind“, wie TVB-Obmann und Projekt-Initiator Michael Unger berichtet. In Summe sind das aber nur geringe Mehrbeträge. Viel schwerer wiegt laut dem Touristiker, dass noch immer der Alpine Coaster stillsteht und die Gastronomie geschlossen ist. Da dürften sich unter dem Strich bereits an die 150.000 Euro summiert haben, die den Parkbetreibern entgangen sind. Geld, das für den weiteren Ausbau fehlt. Daher gerät die weitere Umsetzung ins Stocken, wie Unger bedauert. Der als Bachlauf geplante nasse Spielplatz wird derzeit nicht umgesetzt, auch bei Spielgeräten muss gespart werden, bereits vorhandene kommen zum Einsatz, wie der TVB-Obmann verrät. Der Drache speit vorerst kein loderndes Feuer, sondern ein Flämmchen. Und ob es zusätzlichen Brennstoff, sprich Förderungen aus einem der Corona-Hilfe-Töpfe gibt, ist eher unwahrscheinlich. Da der Park im Dezember eröffnet werden sollte, aber es wegen des Lockdowns nicht möglich war, gibt es keine Vergleichszahlen, mit denen man argumentieren könnte.

Für Unger und die Gesellschaft, der TVB, Gemeinde Wildschönau und viele Privatpersonen angehören und die den im Endausbau rund 5,5 Millionen Euro teuren Erlebnispark Drachental Wildschönau finanziert und betreibt, geht es aber auch um das Image und die Werbung. Jeder Tag ist hier verlorene Zeit. Zumindest ist die Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden. Zu Projektbeginn gab es durchaus kritische Stimmen, zu der auch die Umweltanwaltschaft gehörte. „Aber es ist deren Aufgabe, kritisch zu sein“, sagt Unger und verweist auf die Genehmigungen und die zahlreichen vorgeschriebenen Maßnahmen wie das Pflanzen von Bäumen.

Trotz der schwierigen Situation erklang in den vergangenen Tagen wieder das Hämmern der Handwerker im Gelände. Zumindest das Wahrzeichen des Parks und in gewisser Weise auch für das Oberauer Dorfbild wurde errichtet: ein dreistöckiges Holzhaus, auf dem ein Drachenkopf ruht, mit direktem Blick auf die Oberauer Pfarrkirche. Das Innere dient als Spielplatz für die kleinen Parkbesucher.

Es wäre also alles angerichtet im Freizeitpark in Oberau, aber das Coronavirus legt den Drachen in Ketten.


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