Motorradfahrer bei Straßenrennen in Wien verletzt: Prozess

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Eine 26-jährige Wienerin hat sich am Mittwoch nach einem illegalen Wettrennen mit ihrem 258 PS starken BMW am Landesgericht verantworten müssen. Sie hatte sich am 3. Mai 2020 am Gürtel mit zwei anderen BMW-Fahrern ein Duell am Gaspedal geliefert. Aufgrund überhöhter Geschwindigkeit konnte sie an einer Kreuzung am Gaudenzdorfer Gürtel nicht mehr rechtzeitig vor einer roten Ampel abbremsen. Sie krachte in das Motorrad eines 22 Jahre alten Burschen.

Der Motorradfahrer dürfte sich an dem nächtlichen Straßenrennen beteiligt gehabt haben, wie die Aufnahmen einer GoPro-Kamera nahe legten, die er an seinem Helm montiert hatte. Die Bilder belegen, dass die BMW-Lenker mit Geschwindigkeiten weit jenseits von 100 Stundenkilometern unterwegs waren. Das Motorrad, das die Autos schließlich überholte und sich vor diesen einordnete, erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 139 km/h.

Als der weiße 4er-BMW an der Kreuzung das Motorrad rammte, kamen Fahrer und Gefährt unter dem Auto zu liegen. Die Feuerwehr benötigte am Einsatzort zwölf Minuten, um den BMW anzuheben und den 22-Jährigen zu befreien. Der junge Mann erlitt schwere Verletzungen, hatte nach Dafürhalten von Richterin Christina Salzborn aber „alle Schutzengel dieser Welt“. Im Krankenhaus wurden zwar ein Bruch des linken Schlüsselbeins, Frakturen des elften und zwölften Brustwirbelkörpers und Prellungen am ganzen Körper festgestellt, der Patient konnte aber nach 16 Tagen das Spital verlassen und nun ohne offensichtliche größere Beeinträchtigungen als Zeuge am Verfahren teilnehmen. Auf die Frage, wie es ihm gehe, meinte er: „Ich hab‘ ein Taubheitsgefühl an der Schulter, spüre ein Stechen im Brustkorb und Schmerzen bei Kraftanstrengung und bin wetterfühlig.“ Ihm sei bewusst, dass er Glück gehabt habe: „Ich bin dankbar, dass wir in Wien Einsatzkräfte haben, die so schnell zur Stelle sind.“

Die 26-Jährige bekannte sich zur fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Ursprünglich war das Verfahren gegen sie eingestellt worden, erst ein Fortführungsantrag von Rainer Rienmüller, dem Anwalt des Motorradfahrers, bewirkte, dass sie doch noch vor Gericht gestellt wurde. „Ich bin mit meiner Schwester und einer Freundin a bissl herumgefahren in der Stadt“, gab die Gemeindebedienstete zu Protokoll. Sie sei „zügig gefahren“, meinte sie, worauf sie von der Richterin umgekehrt korrigiert wurde: „Zu schnell. Viel zu schnell.“ „Ich habe es selber nicht gemerkt, wie schnell“, meinte darauf die Angeklagte, die seit drei Jahren den Führerschein besitzt. Den schnittigen BMW hatte sie zwölf Tage vor dem Unfall erstanden.


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