Feller vor WM-Entscheidungen: „Zweimal Gold wird schwierig“

Am Sonntag im Slalom zählt er zu den Top-Favoriten. Am Freitag im Riesentorlauf (10/13.30 Uhr) ist Manuel Feller krasser Außenseiter. Aber einer, der einen schnellen Schwung fährt ...

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Der Tiroler Manuel Feller ist nach Cortina gereist, um es im allerbesten Fall seinen (Weltmeister-)Kollegen Vincent Kriechmayr und Marco Schwarz gleichzutun.
© gepa steiner

Cortina d’Ampezzo – Ein Blick auf den Riesentorlauf-Weltcup genügt, um das rot-weiß-rote Herren-Quartett – Roland Leitinger (18.), Marco Schwarz (21.), Stefan Brennsteiner (24.) und den einzigen Tiroler Manuel Feller (32.) – ins Reich der krassen Außenseiter zu verbannen. Doch weil dieser Tage bekanntlich Weltmeisterschaften stattfinden und die seit jeher nicht mit eigenen Gesetzen geizen, ist auch eine Sensation in Rot-Weiß-Rot nicht ausgeschlossen.

Feller, der erst am Freitag in die WM einsteigt, ist jedenfalls nach Cortina gereist, um es im allerbesten Fall seinen (Weltmeister-)Kollegen Vincent Kriechmayr und Marco Schwarz gleichzutun. „Wobei, zweimal Gold wird schwierig, sage ich einmal“, meinte der 28-Jährige mit schelmischem Unterton.

Körperlich fühlt sich der Pillerseetaler nach zwei intensiven, dreitägigen Trainingsblöcken am Weißensee gut: „Wir haben eigentlich alles absolviert, was wir geplant hatten.“

Das bisherige WM-Geschehen verfolgte der Technikspezialist zu Hause vor dem Fernseher – und sah dabei jede Menge ÖSV-Gold. „Das ist natürlich für die ganze Nation und die Mannschaft extrem cool. Es war auch daheim unglaublich geil zum Zuschauen, ich habe mich riesig gefreut für die Jungs, und auch für die Kathi (Liensberger, Anm.). Im Allgemeinen bin ich aber trotzdem für mich da, dass ich meine Leistung abrufe.“ Das Gefühl gehe in die Richtung „okay, ich will das auch zeigen!“.

Nicht gefallen haben ihm die in ein Kreuzfeuer der Kritik mündenden Parallelbewerbe. „Bei einer WM so was, das ist ein Witz“, machte Feller seinen Standpunkt deutlich. Trotzdem sei der Ex-aequo-Sieg von Katharina Liensberger „mehr als verdient“ gewesen. „Sie war ja auch dann schlussendlich mit beiden Laufzeiten sechs Zehntel vorn.“

Dass bei den Weltmeisterschaften bis auf VIP-Gäste keine Zuschauer zugelassen sind, sei gleichermaßen schmerzhaft. „Ich habe beim Herfahren schon gesagt, es ist nicht weit weg von Österreich, stell dir vor, was es für ein Skifest gewesen wäre“, erläuterte Feller. „Nichtsdestotrotz haben wir eine super Kulisse da. Die Pisten sind, glaube ich, in einem Topzustand. Natürlich ist jetzt das Wetter ein bisschen wärmer geworden, aber im Allgemeinen ist ein sehr guter Stock da. Ich freue mich riesig, dass wir wieder einmal ein Großereignis haben.“

Die konstant hohen Temperaturen könnten die Pistenoberfläche gerade so weit aufweichen, dass er ideale „Feller-Verhältnisse“ vorfindet. „Wenn es oben drauf ein bisschen mit der Sonne leicht schmierig wird, dann verzeiht es einfach ein bisschen mehr. Da habe ich immer sehr, sehr gute Rennen abgeliefert.“ Nicht ganz unwesentliche Einschränkung: „Im Riesentorlauf ist es nicht ganz so, weil der Schwung nicht so kurz ist, aber ich sage einmal, das mag ich auch nicht ungern.“ (TT, APA)


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