Haushalte in Lienz werden immer kleiner, Wohnbedarf stagniert

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Lienz – In der vergangenen Gemeinderatssitzung in Lienz hat Wilhelm Lackner (SPÖ), Obmann des Wohnungsausschusses, aktuelle Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung vorgelegt. In Lienz bestehen aktuell 6176 Hauptwohnsitze, in denen 11.972 Bewohner gemeldet sind. Dazu kommen 316 Nebenwohnsitze mit insgesamt 510 Bewohnern. Der hohe Bedarf an neuen Wohnungen lässt sich von der Tatsache ableiten, dass knapp 70 Prozent aller zur Verfügung stehenden Hauptwohnsitz-Wohnungen nur noch von einer bzw. zwei Personen bewohnt sind. „Angesichts dieser Zahlen brauchen wir uns nicht wundern, dass es so viele Wohnbedarfsmeldungen gibt“, meinte Alexander Kröll (ÖVP), Obmann des Ausschusses für Bau und Planung. Erstaunt zeigten sich die Mandatare außerdem darüber, dass es in Lienz 15 Hauptwohnsitz-Haushalte mit mehr als acht Personen und immerhin noch acht Hauptwohnsitz-Haushalte mit mehr als zehn gemeldeten Personen gibt. Bei den letzten beiden Kategorien gab es seit 2019 sogar leichte Zuwächse.

Seit vielen Jahren errichten gemeinnützige Wohnbaugesellschaften neue Wohnanlagen in Lien­z. Immer häufiger stehen im Gemeinderat Bauland-Widmungen dafür in der Kritik. Die Betreiber verweisen stets auf Hunderte Interessierte, die sie auf ihren Warte­listen für neue Wohnungen führen würden. Allerdings ist nicht bekannt, wie viele Doppel- und Mehrfachnennungen darunter sind, denn diese Listen halten die Wohnbaugesellschaften mit dem Verweis auf den Datenschutz unter Verschluss.

„Der Wohnungsausschuss empfiehlt, bei der Genehmigung neuer Projekte zurückhaltend zu sein, da der Wohnbedarf stagniert“, erklärte Lackner. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik befürwortete diesen Vorschlag. (bcp)


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