ÖSV-Starter im RTL Außenseiter - Pinturault will Gold

Eine Medaille für einen der vier österreichischen Starter im WM-Riesentorlauf am Freitag (10.00/13.30 Uhr, live ORF 1) in Cortina d‘Ampezzo wäre eine dicke Überraschung. Manuel Feller, Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger und Kombi-Weltmeister Marco Schwarz wollen aber ihr Bestes geben. Das bis hierhin letzte Rennen endete vor mehr als einem Monat, am 9. Jänner, in Adelboden mit einem Sieg von Alexis Pinturault. Der Franzose möchte seinen Medaillensatz komplettieren.

Pinturault geht als Topfavorit ins Rennen. Der Wahl-Salzburger schnappte sich den Sieg bei den jüngsten drei Weltcup-Riesentorläufen und führt in der Diszplinwertung mit 40 Punkten Vorsprung auf den Schweizer Marco Odermatt, Dritter ist der Kroate Filip Zubcic. Sowohl Pinturault, der Kombi-Silber und Super-G-Bronze gewann, wie der im Parallel-Einzel versilberte Zubcic haben ihre Medaille(n) aus Cortina schon in der Jackentasche. Odermatt ging als Vierter in der Abfahrt leer aus.

Seine Goldmedaille geht Pinturault, der in der Kombination schon als großer Favorit gegolten hatte, aber noch ab. Für den Salzburger Brennsteiner ist „sicher der Alexis“ der zuerst zu nennende Gold-Anwärter, auch Zubcic hat er jedoch auf der Rechnung. „Wenn es ein bisschen schmierig wird, ist der jedes Mal voll da gewesen in den letzten ein bis zwei Jahren“, erklärte er. Auch der Schweizer Loic Meillard und der Slowene Zan Kranjec haben Chancen. Titelverteidiger Henrik Kristoffersen aus Norwegen hat hingegen seine Riesentorlauf-Form aus dem Vorjahr verloren.

Brennsteiner selbst durfte sich zuletzt über einen Sieg und einen zweiten Platz im Europacup in Berchtesgaden freuen, sein bestes Weltcup-Resultat war der achte Rang in Alta Badia kurz vor Weihnachten. Dreimal in sechs Rennen verpasste er die Qualifikation für den zweiten Durchgang. „Ich zähle nicht einmal zu den Außenseitern“, stapelte der 29-jährige Pinzgauer tief.

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Sehr wohl in der Außenseiterrolle sieht sich Schwarz. „Die Riesentorlauf-Ergebnisse haben jetzt noch nicht so für mich gesprochen in der Saison. Aber natürlich will ich da auch mein Bestes abrufen. Der volle Fokus ist aber natürlich auf dem Slalom am Sonntag“, sagte der Kärntner, der vom Sölden-Aufakt abgesehen nie schlechter als 22. im Weltcup war, jedoch auch nie besser als 12. zuletzt in Adelboden. „Ich will so ins Rennen gehen, wie ich am Montag in die Kombi gegangen bin. Ohne Druck, mit Freude skifahren, befreit skifahren.“

Für Feller wird es der erste Antritt bei der WM. „Ich gehöre sicher nicht zu den Favoriten, ganz im Gegenteil. Aber wenn ich bei einer WM am Start stehe, ist das Ziel, alles hineinzuschmeißen und irgendwie ein gutes Ergebnis zu erreichen. Ein gutes Ergebnis wäre natürlich ein Podium. Wenn es ein Top-10-Ergebnis ist, müssen wir auch zufrieden sein, nachdem was ich heuer im Riesentorlauf gezeigt habe“, gab der Tiroler den Realisten. Das zweite Rennen in Adelboden, wo er die zweitbeste Laufzeit im Finale hinknallte, sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Letztlich belegte er am Chuenisbärgli den elften Platz, Leitinger war Achter. Der Salzburger zeigte sich zufrieden über seine Startnummer innerhalb der Top 15. „Da habe ich schon einmal eine ganz gute Ausgangsposition“, meinte er. Seit Adelboden habe er sich „doch teilweise ein bisschen schwergetan. Ich hoffe aber, dass das speziell am Freitag dann gut funktioniert.“

Das Gelände „schaut gewaltig aus. Es geht gleich einmal ordentlich steil weg, nach 15 Toren steil wird es aber nicht gleich flach“, erläuterte Leitinger. Der Vize-Weltmeister von 2017 in St. Moritz feierte vor zwei Jahren in Cortina den Sieg bei den italienischen RTL-Meisterschaften. „Es sind aber nur die letzten 15 Tore, die wir (am Freitag; Anm.) auf der gleichen Strecke fahren.“


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